Trauer um Dr. Antoinette Yindjara

Mit großer Bestürzung haben wir vom Tod von Pastorin Dr. Antoinette Yindjara erfahren: Sie ist nur wenige Tage nach dem Ende der ersten Gender-Sommerakademie des ELM auf der Rückreise von Deutschland nach Baboua in der Zentralafrikanischen Republik bei einem Busunglück in Kamerun ums Leben gekommen. „Unsere Anteilnahme gilt vor allem ihrer Familie, mit denen wir uns im Gebet verbunden fühlen“, so Hannah Rose, ELM-Referentin für die ökumenische Zusammenarbeit mit Zentralafrika. „Wir denken aber auch an unsere zentralafrikanische Partnerkirche, die mit Dr. Antoinette Yindjara nicht nur die Direktorin der Pastorenschule verloren hat, sondern auch eine prägende Kirchenfrau. Sie bleibt uns als eine starke und mutige Frau in Erinnerung, die einen großen persönlichen Beitrag geleistet hat, um die Kirche in Krisen- und Kriegszeiten zu ermutigen und zusammenzuhalten.“

Gesundheitsstation erneut von Rebellen überfallen

Vor allem für viele schwangere Frauen und Mütter der Region ist Bohong eine wichtige Anlaufstation.

Wieder ist es in der Zentralafrikanischen Republik (ZAR) zu Übergriffen auf die Zivilbevölkerung gekommen. Davon betroffen ist erneut auch die im Nordwesten des Landes liegende Gesundheitsstation der lutherischen Partnerkirche des ELM in Bohong. 

So sei am Dienstag, 21. Mai gegen 19.00 Uhr Ortszeit, laut Auskunft der Ev.-luth. Kirche in der Zentralafrikanischen Republik (Eglise Evangélique Luthérienne de la République Centrafricaine – EELRCA) deren Gesundheitsstation in Bohong  von Rebellen überfallen worden. Diese Rebellen seien zwar schon den ganzen Tag über in der näheren Umgebung wahrgenommen worden, aber niemand habe mit einem Angriff gerechnet, heißt es. Die Rebellen seien mit massiver Gewalt vorgegangen, so dass die Menschen, die laufen konnten, alles hinter sich lassen und um ihr Leben in die umliegenden Wälder rennen mussten. Dabei sei ein kleines Mädchen mit einem Kopfschuss getötet worden. Viele der stationär behandelten Patientinnen in der vor allem als Entbindungsstation dienenden Einrichtung hätten zurückgelassen werden müssen.  

„Unter den Überlebenden ist auch die Leiterin der Gesundheitsstation, Cathérine Naabeau. Sie konnte sich retten, aber hat es erst am frühen Mittwochmorgen geschafft, das 70 Kilometer entfernt liegende Bouar, den Sitz der Kirche, zu erreichen“, berichtet Hannah Rose, die für die ökumenische Zusammenarbeit mit der EELRCA zuständige Referentin des ELM. Cathérine Naabeau hatte 2017 Hermannsburg besucht, um über die medizinische Arbeit der Kirche zu berichten. Schon damals hatte es zeitgleich zum wiederholten Male Angriffe von Rebellen auf die Gesundheitsstation in Bohong und Einrichtungen der Kirche gegeben.

Es ist dramatisch, dass die Menschen in der ZAR nicht zur Ruhe kommen. Zum wiederholten Male ist die medizinische Arbeit unserer Partnerkirche und die Gesundheitsversorgung einer ganzen Region schwer getroffen worden. Das ELM trauert um die Opfer und steht in Kontakt mit seinen Geschwistern in der Partnerkirche. 

Laut Angaben der UN Friedenssicherungsmission (MINUSCA) sind über 30 Menschen in weiteren Dörfern der Region im Nordwesten des Landes bei den Übergriffen getötet worden, davon wenigstens drei in Bohong. Viele weitere seien verletzt worden.

 

 


ELM Aktuell

Ludwig- Harms-Haus

Ludwig-Harms-Haus in Hermannsburg

Fachhochschule

Fachhochschule für interkulturelle Theologie

ELM Service