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Grüße aus der Zentralafrikanischen Republik, 24.03.2020, 13:03 Uhr

Empfangen Sie meine brüderlichen Grüße im schönen Namen unseres Herrn und Erlösers Jesus Christus!

Wie Sie wissen, hat die aktuelle Corona-Pandemie kein Land der Welt verschont. Sowohl die Zentralafrikanische Republik als auch Ihre jeweiligen Länder sind bereits von dieser Krankheit betroffen. Zurzeit gibt es in dem Land 4 Fälle von Menschen, die mit dem COVID-19-Virus infiziert sind. Unter den Opfern haben wir einen italienischen Priester und 3 Zentralafrikaner. All diese Menschen kamen aus dem Ausland. Der Priester kam aus Italien und die drei Zentralafrikaner aus Frankreich. Laut dem Gesundheitsminister werden alle unsere Fälle importiert. Im Moment gibt es noch keinen Fall einer lokalen Übertragung des Virus. Das heißt, auf nationaler Ebene keine Übertragung des Virus von einem Zentralafrika auf ein anderes. Und bisher wurden keine Todesfälle verzeichnet.

Angesichts dieser Geißel lebt die zentralafrikanische Bevölkerung in großer Angst. Dies hat die Regierung dazu veranlasst, eine umfangreiche Massenaufklärungskampagne über die Medien zu starten. Die Priorität liegt auf der Prävention. Der Präsident der Republik und der Gesundheitsminister haben eine Reihe von Beschlüssen gefasst, die darauf abzielen, alle Zusammenkünfte von Menschen zu verbieten, die Schließung von Trinkeinrichtungen und Stadien, ein Verbot der Begrüßung mit der Hand, die Verpflichtung, in einem Abstand von einem Meter zu stehen, um miteinander zu sprechen, das regelmäßige Waschen der Hände mit Seife, das Husten in ein Taschentuch und dessen sofortiges Wegwerfen usw.

Heute wird der Präsident der Republik ein Treffen mit Katholiken, Protestanten und Muslimen über die mögliche Schließung von Kirchen und Moscheen abhalten. Wir wissen nicht, ob nach diesem Treffen die Feierlichkeiten unserer Gottesdienste vorübergehend ausgesetzt werden.

Darüber hinaus werden die Landgrenzen von den Nachbarn der Zentralafrikanischen Republik, insbesondere Kamerun, der Demokratischen Republik Kongo und dem Tschad, geschlossen. Diese Schließung hat schwerwiegende Folgen für das Wirtschaftsleben des Landes, das in Bezug auf den Handel zu 99,5% von den Nachbarländern abhängig ist. Öffentliche Verkehrsmittel sind verboten.

Angesichts dieser Herausforderungen bitten wir unsere Gläubigen, die Anweisungen der Regierung zu befolgen, aber vor allem, ihren Glauben zu bewahren und im Gebet für das Corona-Virus zu bleiben, das die Welt verwüstet.

In Christus!
Pfarrer Dr. Samuel Ndanga-Toue, Präsident der EELRCA

Text im französischen Original - Version française 

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Projektzusammenarbeit mit der Ev.-luth. Kirche in der Zentralafrikanischen Republik

Die gemeinsame Arbeit mit der Ev.-luth. Kirche in der zentralafrikanischen Republik (EELRCA) hat uns im letzten Jahr (2019) sehr bewegt. Zu positiven Berichten aus Projekten kamen Nachrichten über den Bürgerkrieg und der Unfalltod der Direktorin der theologischen Ausbildung, Dr. Antoinette Yindjara auf dem Rückweg von einer Tagung hier in Hermannsburg (mehr dazu unten).
Außerdem erhielten wir die lang erwartete weitere Buchprüfung zurückliegender Jahre.

Seit über zehn Jahren versuchen wir mit der Kirche und anderen fördernden Partnern (ELCA (Ev.-luth. Kirche in Amerika) und Mission Afrika (Dänemark)) Wege zu verabreden, die sicherstellen, dass Zuschüsse zweckentsprechend und nachvollziehbar verwendet werden. Das ist bisher leider nicht gelungen und der Verbleib erheblicher Mittel ist nicht nachvollziehbar.Weil auch der Umgang mit den Ergebnissen der Buchprüfung auf Seiten der Partnerkirche Fragen aufgeworfen hat, haben wir und die anderen fördernden kirchlichen Partner unsere finanzielle Beteiligung an Projekten der EELRCA nunmehr bis auf weiteres „eingefroren“.

Wir wollen verlässlicher Partner sein und die Partnerschaft mit der Kirche fortsetzen. Diese kann allerdings nicht mehr bedingungslos sein. Wir hoffen, dass im Gespräch mit der Partnerkirche neues Vertrauen für künftige Zuschüsse aufgebaut wird. Die Ungereimtheiten der Vergangenheit müssen aufgearbeitet werden. Für künftige Projektgelder braucht die Kirche Vorkehrungen zur korrekten und transparenten Abrechnung. Gerade in der so schwierigen Bürgerkriegssituation gilt es, mögliche Bereicherung einzelner zu vermeiden und Benachteiligte zu schützen.

Spenden werden daher bis zur Klärung zweckgebunden aufbewahrt, damit wir dann sofort handlungsfähig sind und die Projekte wieder unterstützt werden.

Für weitere Fragen sprechen Sie uns gerne an:  

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H. Rose
Referentin Armut und Friedensarbeit International
Ökumenische Zusammenarbeit Zentralafrikanische Republik

Hermannsburg
Telefon +49 (0)5052 69-285
h.rose(at)elm-mission.net

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Trauer um Dr. Antoinette Yindjara

Mit großer Bestürzung haben wir vom Tod von Pastorin Dr. Antoinette Yindjara erfahren: Sie ist nur wenige Tage nach dem Ende der ersten Gender-Sommerakademie des ELM auf der Rückreise von Deutschland nach Baboua in der Zentralafrikanischen Republik bei einem Busunglück in Kamerun ums Leben gekommen. „Unsere Anteilnahme gilt vor allem ihrer Familie, mit denen wir uns im Gebet verbunden fühlen“, so Hannah Rose, ELM-Referentin für die ökumenische Zusammenarbeit mit Zentralafrika. „Wir denken aber auch an unsere zentralafrikanische Partnerkirche, die mit Dr. Antoinette Yindjara nicht nur die Direktorin der Pastorenschule verloren hat, sondern auch eine prägende Kirchenfrau. Sie bleibt uns als eine starke und mutige Frau in Erinnerung, die einen großen persönlichen Beitrag geleistet hat, um die Kirche in Krisen- und Kriegszeiten zu ermutigen und zusammenzuhalten.“

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Gesundheitsstation erneut von Rebellen überfallen

Wieder ist es in der Zentralafrikanischen Republik (ZAR) zu Übergriffen auf die Zivilbevölkerung gekommen. Davon betroffen ist erneut auch die im Nordwesten des Landes liegende Gesundheitsstation der lutherischen Partnerkirche des ELM in Bohong. 

So sei am Dienstag, 21. Mai 2019 gegen 19.00 Uhr Ortszeit, laut Auskunft der Ev.-luth. Kirche in der Zentralafrikanischen Republik (Eglise Evangélique Luthérienne de la République Centrafricaine – EELRCA) deren Gesundheitsstation in Bohong  von Rebellen überfallen worden. Diese Rebellen seien zwar schon den ganzen Tag über in der näheren Umgebung wahrgenommen worden, aber niemand habe mit einem Angriff gerechnet, heißt es. Die Rebellen seien mit massiver Gewalt vorgegangen, so dass die Menschen, die laufen konnten, alles hinter sich lassen und um ihr Leben in die umliegenden Wälder rennen mussten. Dabei sei ein kleines Mädchen mit einem Kopfschuss getötet worden. Viele der stationär behandelten Patientinnen in der vor allem als Entbindungsstation dienenden Einrichtung hätten zurückgelassen werden müssen.  

„Unter den Überlebenden ist auch die Leiterin der Gesundheitsstation, Cathérine Naabeau. Sie konnte sich retten, aber hat es erst am frühen Mittwochmorgen geschafft, das 70 Kilometer entfernt liegende Bouar, den Sitz der Kirche, zu erreichen“, berichtet Hannah Rose, die für die ökumenische Zusammenarbeit mit der EELRCA zuständige Referentin des ELM. Cathérine Naabeau hatte 2017 Hermannsburg besucht, um über die medizinische Arbeit der Kirche zu berichten. Schon damals hatte es zeitgleich zum wiederholten Male Angriffe von Rebellen auf die Gesundheitsstation in Bohong und Einrichtungen der Kirche gegeben.

Es ist dramatisch, dass die Menschen in der ZAR nicht zur Ruhe kommen. Zum wiederholten Male ist die medizinische Arbeit unserer Partnerkirche und die Gesundheitsversorgung einer ganzen Region schwer getroffen worden. Das ELM trauert um die Opfer und steht in Kontakt mit seinen Geschwistern in der Partnerkirche. 

Laut Angaben der UN Friedenssicherungsmission (MINUSCA) sind über 30 Menschen in weiteren Dörfern der Region im Nordwesten des Landes bei den Übergriffen getötet worden, davon wenigstens drei in Bohong. Viele weitere seien verletzt worden.

 

 

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