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My children can´t breath - Johan Robyn über Rassismus in Südafrika

In dem Podcast „My children can´t breath“ berichtet Johan Robyn als „People of Color“ über seine Erfahrungen mit Rassismus in Südafrika und wie aktuell das Thema heute ist. Die Bilder von George Floyd haben ihn an sein eigenes Schicksal sowie das seiner Eltern und Großeltern erinnert. Aber auch seine Kinder sind von Rassismus betroffen. Unterstützt von seiner Tochter interpretiert Johan Robyn seinen Text für das Magazin „Mitmachen“ neu. Da wir gerne wollten, dass Johan Robyn seinen Text selber einspricht, ist der Podcast in englischer Sprache aufgenommen.

Zum Podcast geht es hier lang, die deutsche Übersetzung des Textes ist hier zu finden, das englische Original ist hier zu finden.

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Johan Robyn über Rassismus in Südafrika

George Floyd konnte nicht atmen, mein Großvater konnte nicht atmen, meine Mutter konnte nicht atmen, ich kann nicht atmen, meine Kinder können nicht atmen…

+++ english version below +++

Den weißen Polizisten mit all seinem Gewicht und seinen Knien auf dem Nacken von George Floyd zu sehen, der um Hilfe schreit und mit seinem letzten Atemzug verzweifelt fleht „…ich kann nicht atmen…“, erinnert mich an die unzähligen Male, in denen ich selbst nicht atmen konnte, weil eine „weiße Institution“ mich in einem System gefangen hielt, in dem meine Lungen nicht die Luft der Freiheit atmen konnten.
Ich bin geboren zur Zeit der Rassentrennung, der Apartheid. Dieses System hat darüber bestimmt, dass ich einer bestimmten Rasse* zugeordnet wurde. Mir wurde vorgeschrieben, wo ich zu wohnen habe und wo ich zur Schule gehen musste. Für die meisten von uns hat die Apartheit unsere Zukunft vorgeschrieben. So bin ich als Sohn eines landwirtschaftlichen Helfers aufgewachsen. Wie so viele Kinder im Western Cape, deren Väter einfache Farmarbeiter waren, würde auch das ihre berufliche Zukunft sein. So bestimmte es das System. Denn eines wollte es nicht: dass wir frei sind, frei denken, frei atmen.
Gemäß der Apartheid bin ich ein Coloured. Ich bin also weder schwarz noch weiß. Irgendetwas dazwischen.
Die Apartheid ließ für meine Mutter nichts anders zu als „Tea Lady“ zu sein. Es war ihre Aufgabe, Tee für die Weißen in ihren komfortablen Büros zuzubereiten. Mein Vater musste jeden Tag früh aufstehen und zu seinem weißen Chef laufen. Mein Großvater kämpfte für Südafrika im 2. Weltkrieg. Als Coloured wurde ihm nicht gedankt und er erhielt auch keine Rente. Und auch heute noch, 25 Jahre seit Beginn der Demokratie, gibt es in Südafrika ein System, dass die Menschen in Rassen klassifiziert. Meine Kinder erben ein System, das sie nicht verdient haben.
George Floyd zu sehen, erinnert mich an mein erstes Jahr auf der Oberschule im Jahr 1988. Das Bildungssystem begünstigte weiße Schüler um ein Fünffaches mehr als mich. Die Atmosphäre bei den Lehrern und Schülern war angespannt. Trotz der angespannten Stimmung war es ruhig auf der Schule. Bis eines Morgens eine Gruppe von Mitschülern „Amandla“ anstimmte und die Faust nach oben streckte, das Symbol schwarzer Macht. „Wir können nicht atmen“, höre ich sie in die Menge rufen.
An diesem Wintertag mussten wir die Klassenräume verlassen und uns im Schulhof versammeln. Der Schulleiter und die Lehrer unterwiesen uns: „Unsere Nationalhymne redet von einem ‚blauen Himmel und einem tiefblauen Meer‘. Doch das hat keine Bedeutung für uns. Unsere wahre Hymne ist … Nkosi sikelel I`Africa… Gott segne Afrika.“ Uns wurden Bilder von Nelson Mandela gezeigt. Uns wurde gesagt, dass Jan van Riebeeck, der 1652 als holländischer Kolonialist nach Südafrika kam, nicht unsere Geschichte ist. Unsere Geschichte ist uns genommen worden von Hendrik Verwoerd, dem Begründer der Apartheid.
Ich erinnere mich, dass Geschichtsbücher verbrannt wurden. Wir bekamen Literatur aus dem Untergrund. Literatur, die uns lehrte zu glauben, dass wir atmen dürfen. Wir wurden bekannt gemacht mit dem bewaffneten Widerstand. Wir wurden ermutigt aufzustehen gegen ein System, das uns die Luft aus den Lungen pressen wollte und uns zwingen wollte, nicht mehr atmen zu können.
Mein erstes Jahr an der Oberschule war geprägt von Protesten, Gewalt, Brutalität durch die Polizei und Gefängnis. Darüber mit unseren Eltern zu reden war schwierig. Zu tief hat die Apartheid sie geprägt. Sie glaubten, dass der Weiße Recht hat. Der Weiße gab ihnen Arbeit. Die weiße Regierung ist gut für uns und schwarz sein war eine Sünde. Dieser Glaube war tief verankert.
Ich erinnere mich, als ich meine Mutter auf der Arbeit besuchte. „Sie machen einen ganz wunderbaren Tee“, wurde ihr gesagt. Sie erwiderte mit Dank an „mein Herr … meine Dame.“ Zu Hause beschwerte sie sich. Sie wurde hin und her gescheucht, das Tablett mit Tee rauf und runter zu tragen. Sie verdiente sehr wenig und ihre Bitte, dass ihr jemand bei ihrer Arbeit unterstützt, fiel auf taube Ohren. Sie konnte kaum noch atmen! „Belohnt“ wurde sie mit den Essensresten der Veranstaltungen, die sie mit nach Hause nehmen durfte. Und doch reinigte sie weiterhin ihr Geschirr, räumte den Müll weg und säuberte die Toiletten. Das System der Apartheid war so stark, dass sie glaubte, die Weißen sind im Recht und schwarz sein sei falsch.
Später, in meinem ersten Jahr als Theologiestudent, wurde ich konfrontiert mit einem „weißen Gott“. Er gibt weißen Menschen eine Vormachtstellung. Jesus ist weiß und er wohnt in einer weißen Kirche. Ich wurde vertraut gemacht mit einem gutaussehenden weißen Jesus mit blondem Haar und einem hellen Bart, der weiße Menschen heilt. Und ich realisierte in diesem Moment, dass ein weißer Jesus das Erbe der Apartheid war.
Als ich mich mit einem Professor befreundete, hat er mich mit Dietrich Bonhoeffer vertraut gemacht. In seinem Buch „Nachfolge“ schreibt er im Vorwort über „billige Gnade“: „Wenn Gott einen Menschen ruft…dann ruft er ihn nachzufolgen und zu sterben.“ Bonhoeffer hatte eine Leidenschaft die Freiheit des Menschen zu betonen. Er war im Widerstand und wusste, dass Freiheit einen hohen Preis kostet. Ich lernte, dass ich entscheiden kann, wer Gott oder Jesus für mich sein soll. Aber auf jeden Fall war er nicht weiß.
Es wurde mein Ziel für die Freiheit zu kämpfen. Als Nelson Mandela 1994 Präsident wurde, war dies das wichtigste Ereignis für meine weitere politische Überzeugung. Es war mir  wichtig, meinen Vater frei zu sehen von der Last, ein fremdbestimmter Hilfsarbeiter auf einer Farm zu sein. Meine Mutter von der Last, eine fremdbestimmte „Tea Lady“ zu sein. Und mich selbst zu befreien, als Coloured definiert zu werden. Darum hatte ich mich zuvor dafür einzusetzen, dass Nelson Mandela Präsident würde. Ich wollte die Freiheit für meine Kinder. Als Mandela dann Präsident wurde, bedeutete das für mich im wahrsten Sinn des Wortes, dass ich meine Freiheit erlangt hatte, und dass wir fähig sein würden ein System zu bekämpfen, das uns bis dahin zerstören wollte.
Ich habe 2003 eine Tswana geheiratet, also eine Frau anderer „Rasse“. Unsere Familien haben diese Ehe willkommen geheißen. Als unser erstes Kind geboren wurde, wurde das für uns zu einem Symbol, dass wir endlich einen Zustand erreicht haben, in der wir unserer Tochter eine Freiheit geben können, die ich als Kind nie hatte. Die Freiheit zu atmen. Doch schon bald wurde diese neue Freiheit wieder angegriffen. Jetzt mit dem Unterschied, dass die Farben im Herrschaftssystem gewechselt haben: Aus Weiß wurde Schwarz.
Das neue Südafrika war noch nicht bereit für eine Ehe verschiedener Hautfarben. Meine Ehefrau wurde als Verräterin bezeichnet, weil sie jemanden geheiratet hat, der nicht schwarz ist. Ich erinnere mich an den Tag, als wir einkaufen waren und meine Frau unser Kind auf dem Rücken trug. Sie wurde von einer schwarzen Frau gefragt, wieviel ich ihr zahle, dass sie für mich arbeitet? Sie erwiderte, dass sie mit mir verheiratet sei. Worauf sie von der Frau beschimpft wurde.
Das passierte nicht nur einmal, sondern sehr häufig. Beim ersten Mal dachten wir noch, das wird vergehen und die Zeit wird eines Tages Veränderung bringen. Doch bald habe ich realisiert, dass sich das System nicht ändert. Es wurde offensichtlich, dass es noch immer seine Knie auf dem Nacken meiner Frau und auf uns als Familie hatte und versuchte, uns am Atmen zu hindern.
Das System, das meinen Großvater, meine Mutter, meinen Vater, unsere Familie versklavt hatte, ist auf dem besten Weg, auch meine Kinder zu versklaven. Es passierte an dem Tag, als meine Tochter aus der Schule kam und fragte, zu welcher Rasse sie wirklich gehöre? In meiner verzweifelten Suche nach Erklärungen habe ich realisiert, dass auch sie nicht frei atmen kann. Auch das neue System drückt seine Knie in ihren Nacken und ihre Fragen sagen mir: „Ich kann nicht atmen.“
George Floyds Tod durch einen weißen Polizisten ist kein Einzelfall. Es ist nicht nur einmal passiert, dass ein Schwarzer mit den Knien auf den Boden gedrückt wird.  Es ist die Geschichte eines Systems, das unseren Geist geprägt hat und uns fortlaufend weismachen will, dass schwarze und farbige Menschen bezeichnet werden als Untermenschen. Als Slaven und als Menschen, die weniger wert sind als weiße Menschen. Die Prägung meiner Identität sitzt tief. Sie hat angefangen mit der Kolonisation und hat lange Zeit ihre Wurzeln in meine Seele gegraben.
Die weiße Elite gebrauchte verbale und körperliche Gewalt um Rassismus zu propagieren und beides wurde als normal angesehen, als ein gegebenes Recht. Rassismus wurde spielerisch abgetan als ein Recht, das der Gesellschaft zustand. Der Polizist auf dem Nacken von George Floyd ist auch der Südafrikaner, gerechtfertigt durch das Rassengesetz von 1955, das mich bestimmt und mich zuordnet. Er ist der weiße Farmbesitzer, der seinen Farmarbeiter entwürdigt, wie es ihm passt. Es ist der weiße Chef, für den meine Mutter als Tea Lady arbeitet und den es nicht kümmert, dass sie kaum noch die Treppen mit dem schweren Tablett schafft. Es ist die schwarze Frau, die meine Frau beschimpft, weil sie außerhalb ihrer Rasse geheiratet hat. Es ist das System, das meine Tochter fragt, wer sie ist und wie sie in diese Welt passt. Es ist die weiße Elite, die meinem Großvater zum Glauben an dieses System verführt hat. Dabei wissend, dass es am Ende mich und meine Kinder zerstören wird.
Die Wahl Nelson Mandelas zum ersten demokratisch gewählten Präsidenten 1994 war für mich ein wichtiges Ereignis. Und doch erfahre ich, dass das neue System, das uns befreien sollte, die Last der Vergangenheit mit sich trägt. Sie macht es schwer für meine Kinder frei zu atmen. Und dennoch glaube ich, dass es kein weißes oder schwarzes Südafrika gibt: Für meine Kinder und ihre Zukunft darf es nur ein Südafrika für alle geben.
George Floyd konnte nicht atmen, mein Großvater konnte nicht atmen, meine Mutter konnte nicht atmen, ich kann nicht atmen, meine Kinder können nicht atmen…


„Niemand wird mit dem Hass auf andere Menschen wegen ihrer Hautfarbe, ethnischen Herkunft oder Religion geboren. Hass wird gelernt. Und wenn man Hass lernen kann, kann man auch lernen zu lieben. Denn Liebe ist ein viel natürlicheres Empfinden im Herzen eines Menschen als ihr Gegenteil.“
Nelson Mandela, Der lange Weg zur Freiheit, 1994


Johan Robyn


Übersetzung: Thomas Wojciechowski
*Rasse ist im deutschen Kontext politisch unkorrekt, doch im südafrikanischen System als „race“ noch immer relevant. Da die englische Version race benutzt, wird es entsprechend übersetzt.

 

 

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Johan Robyn writes about racism in South Africa

George Floyd could not breath, my grandfather could not breath, my mother could not breath, I cannot breath, my children will not breath….

Seeing the white policeman with all his weight and knee on the back of George Floyd, with George crying out for help and ultimately breathing out his last breath, “……. I can`t breathe….” reminded myself of the countless times I could not breath myself, because of a ‘white institution’ created by a system that is blocking my lungs from breathing in the air of freedom.
Born into a system of racial segregation known as apartheid, has automatically given me an identity as being part of certain racial group. I had to stay in a certain area, go to a certain school; for most of us our future was determined by this system. Being born in a community of farm labourers which became the destiny for many young people in the Western Cape. As a farm labourer, you did not choose your future, the system chose it for you and because of that we were not able to breath. The system identified me as coloured; meaning that I was not black not white but in-between, the system actually said that I was not too white and not too black. And I remember applying for my official South-African identity book I had to fill in my race as being mixed, not white and not black. Even the current South-African government still use race a requirement on all its official government documents. Born into a system stereotyped me as mixed race, not being from a specific origin, I remember inside my mother`s identity document under race it mentioned that she was classified as  “Cape Coloured” meaning that coloured people were different based on there diverse origins. It was this system that forced my mother to be a tea lady, making tea for white people in their comfortable office space.  A system that forced my father to wake up every morning and go to work for a white boss. A system that rewarded my grandfather with nothing after returning home from fighting in the Second World War as a coloured South African soldier. It is this system today, 25 years into democracy, that is still determining the race classification for my children giving them an unfair systemic inheritance which they do not deserve.
Seeing the George Floyd image took me back to my first year at high school, 1988. Walking into a system where my first year was confronted by tension amongst teachers and students, students and the education system. The education system then benefited the Afrikaner white school child 5 times more than me. For weeks the mood at the school was quiet and somber, until one morning amongst the roaring student crowd, the sound of “Amandla” and the symbol of the black fist high in the air, the black fist that symbolized black power, shouted saying ‘’…..we can’t` breath…..”. On that specific winter day students were mobilized out of their classes onto the school yard and we were educated by our principal and teachers. Our national anthem that talks about “a blue heaven and the deep blue sea….”  does not have any meaning for us. We were taught the real anthem, …. Nkosi sikelel I`Africa..., God Bless Africa, we were shown sketches of Nelson Mandela, we were told that Jan van Riebeeck, the 1652 Dutch colonizer was not our real history and that our real history was taken away from us by a man named Hendrik Verwoerd, the father of apartheid. I remember teachers burning history books and giving us material from the political underground to read, giving us literature that was educating us to believe that we can breathe.  We were introduced to the armed struggle, we were called up to stand against this system that is beating the breath out of our lungs, this system that makes us to say we can’t` breath. I remember my first year in high school was characterized by protest, violence, police brutality and arrest. Knowing these truths made it complicated to talk to our parents, because the system they inherited made them to believe that the white man is right and that the white man`s job is feeding us and that the white government is good for us and being black was a sin. I remember visiting my mother at her work hearing comments of how nice her tea tasted, how she had to relate to her white bosses as Sir and Madame. She would come home complaining about pushing and carrying tea trolleys up staircases, getting paid very little and that her complaints for an assistant fell on deaf ears, making her not to breath. She was always rewarded with the left-over cakes from the white tea parties, washing their dirty dishes, cleaning their rubbish and dirty toilets.  The system made her to believe that white is right and being black is wrong.
At my first year as a student in theology I was confronted with the reality of a white God, yes, a white God that makes white people superior, a white Jesus that lives in a white church. I remember growing up seeing this picture of a beautiful white Jesus with blond hair and his blond beard healing white people, and soon I realized that even the white Jesus is part of our systemic inheritance. Befriending one of my theology lectures I was soon introduced to Dietrich Bonhoeffer, the German theologian who died in a Nazi concentration camp. In his book, the “Cost of discipleship” he wrote as part of his introduction to the chapter on Cheap grace,” When God calls a man………..he bids him to come and die” It was Bonhoeffer`s passion for freedom and his resilience knowing that freedom comes at a costly price and that God or Jesus can be anyone who I want him/her to be and ultimately Jesus is not white. My goal became the fight for freedom, in 1994 Nelson Mandela`s presidency became imminent part of my personal political journey. It was important in my search for freedom that to set my grandfather free from being a farm labourer, to set my mother free from being a tea lady, to set myself free from being called mixed race I had to make sure Nelson Mandela became president, because I wanted to see my children free. Mandela becoming president for me literally meant that I could gain my freedom and we were able to defeat this system that were destroying us.
In 2003 I got married to a beautiful lady from a different race, she was Tswana, both our families openly accepted our marriage and when our first child was born, it symbolized for me that we finally reached a stage where we can give her the freedom which I never had. The freedom to breath, but soon the system fought against that freedom, the only difference was that instead of the system being white, it became black.
The system was not ready for our interracial marriage, my wife was called a traitor for getting married to someone that is not black. I remember one day, my wife whilst doing shopping with our first born on her back, a black woman asked her how much she got paid working for me? She explained and the black woman got upset with her. It became evident that the system still had its knee on my wife`s back and on us as a family, trying to stop us from breathing. This happened not once, but it happened often, at first, we thought that we will let it go it will change at one time, but soon I realized that the system will not change. The system that enslaved my grandfather, mother, father, our family is also going to enslave my children. It happened one day when my daughter came home from school asking me, what race she really is? In my desperation to explain I realized it is too late, already she cannot breath. There is a system keeping its knee upon her back and she is shouting by all means, I can’t breath, but it’s too late.
George Floyd`s death by a white policeman is not an isolated death of a white policeman pinning a black man down with his knee. It is a story of a system institutionalized in our mind and shaped by our colonized identity that are aligned to a narrative in which black people and others defined as not white are displayed as sub-human, slaves and of possessing less worth than white people. Shaping my colonized identity did not happen overnight, it happened over many years.  White racial elites use verbal and physical violence to propagate racism and its feel of normalcy, it became right and people started jokingly downplaying it as entitlement that are accorded a right in our society. The policeman on top of George Floyd is the South-African, 1955 Group Areas act that determined my race through apartheid. It is the white farm owner that disowned farm laborers every day because he feels like it, is the white boss that my mother as a tea lady was working for struggling to carry a tea trolley up the steps, it is the black woman that is confronting my wife for marrying someone outside of her race, it is the system that is confronting my daughter with the question of who am I and where do I fit in in this world? White racial elites influenced my grandfather to believe in the system, knowing the system will eventually destroy me and my children.
 I have realized that although 1994 was important for me Nelson Mandela became our first democratically elected president, it is nevertheless sad that today the system that set us free, has inherited so much of the emotional baggage that it is difficult for my own children today to breath freely. I firmly believe there is no white South Africa or black South Africa: For my children to have a better tomorrow there is only one South Africa for all.
George Floyd could not breath, my grandfather could not breath, my mother could not breath, I cannot breath, my children will not breath….

“No one is born hating another person because of the colour of his skin, or his background, or his religion. People must learn to hate, and if they can learn to hate, they can be taught to love, for love comes more naturally to the human heart that its opposite.”


Nelson Mandela , From Long Walk to Freedom,1994

Johan Robyn

 

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