Nach oben

Rotary Club Soltau unterstützt Projekt des 
Hermannsburger Missionswerks in Südafrika

HERMANNSBURG. Mit 6.000 Euro unterstützt der Rotary Club Soltau ein Projekt des Ev.-luth. Missionswerks in Niedersachsen (ELM), das die Berufschancen von Schülerinnen und Schülern in Johannesburg/Südafrika verbessert.

„Uns lag viel daran, dass wir ein Projekt finanzieren, wo das Geld wirklich ankommt. Da ist es schön zu wissen, dass die neuen Computer und Bildschirme in der Johannesburger Outreach Foundation bereits installiert wurden“, so Olaf Hartmann, Vorsitzender des Rotary Clubs Soltau bei der Scheckübergabe an das ELM Hermannsburg. „Wir freuen uns, dass die ersten jungen Menschen bereits an den neuen Computern arbeiten.“

Jedes Jahr werden in Kursen der südafrikanischen Partnereinrichtung des ELM über 100 meist junge Menschen Grundkenntnisse der Arbeit mit Computern vermittelt, die ihnen berufliche Chancen für Tätigkeiten überall da eröffnen, wo die Arbeit mit Computern zum Beruf dazugehört oder zum Aufbau eines Kleinunternehmens besonders für Geflüchtete notwendig ist. Dank der Förderung des Rotary Clubs konnten zwei Schulungsräume mit neuen Computern und Bildschirmen ausgestattet werden. „Wir freuen uns über privates Engagement, das Menschen in unseren Partnerkirchen unterstützt, eine Perspektive für ihre Zukunft zu erhalten“, freut sich ELM-Direktor Michael Thiel. „Wir sind dem Rotary Club Soltau sehr dankbar. Seine Spende kommt gerade jungen Menschen zugute, die aus prekären sozialen Verhältnissen kommen und denen darum der Zugang zu Bildung oft verwehrt ist.“

Der für die Computerschulungen zuständige Wiseman Ntuthuko Ngobese unterstreicht die Bedeutung eines guten Angebots: „Eine positive erste Erfahrung hinterlässt bleibenden Eindruck – auch bei unseren Schülerinnen und Schülern. Dies trägt wesentlich dazu bei, dass die vermittelten Fähigkeiten gut aufgenommen werden. Wir freuen uns über das neue System, mit dem wir uns endlich ohne Störungen sowohl als Kursleitung als auch als Teilnehmende voll auf den Lernprozess konzentrieren können.“

Nach oben

Update aktuelle Situation Südafrika

Nach etwas über einer Woche haben wir erneut mit Dr. Joachim Lüdemann über Südafrika nach den Plünderungen gesprochen. Erfahrne Sie etwas über die aktuelle Situation und erhalten Sie eine Einschätzung der Hintergründe.

Nach oben

Nach oben

Unruhen in Südafrika

Armut, Ungleichheit und Arbeitslosigkeit

Rev. Dr. Joachim Lüdemann ist als Repräsentant des ELM in Südafrika. Er ist mit seiner Frau 2001 nach Südafrika gegangen und wohnt dort nun mit seiner Fünfköpfigen Familie in Durban in der Provinz in KwaZulu-Natal (KZN). Am Montag erreichte uns eine E-Mail mit der Überschrift „Aufruf zur Fürbitte“ in welcher er eine aktuell sehr schwierige Situation schildert: „Bereits am Freitag auf dem durch die Provinz standen wir mehrfach in langen Staus, da die Hauptautobahn zwischen Durban und Johannesburg an mehreren Stellen mit brennenden Reifen barrikadiert wurde. Dies eskalierte dann in der Nacht und 30 Lastwagen auf der Autobahn wurden abgebrannt.“ Was seit Freitag passiert ist und wie die Lage aktuell aussieht, hat uns Joachim Lüdemann in einem Interview geschildert, dass Sie hier gucken können.

Nach oben

Nach oben

Die ELCSA- (Kap-) Kirchenleitung ruft zur Fürbitte für Südafrika auf:

Wir versammeln uns in deiner Gegenwart, Gott, unser Vater.
Du kennst uns, Gott:
du verstehst, wer wir sind,
du weißt, was uns bedrückt,
was uns zum Lächeln bringt,
was uns traurig macht,
und was uns ängstlich macht.
Herr, du erhörst unsere Gebete
und so wenden wir uns an dich
und beten für unser geliebtes Land:
 
Herr, segne Afrika;
Erhöre unsere Bitten.
Herr, segne uns, deine Kinder,
Herr, wir bitten dich, unser Land zu beschützen,
Greife ein und beende alle Konflikte,
Beschütze uns, beschütze unsere Nation
Beschütze Südafrika!
 
Wir beten dies im Namen Gottes, unseres Vaters, Jesu Christi, unseres Erlösers, und des Heiligen Geistes, Gottes Gegenwart mit uns! 

Amen.

Nach oben

EKD ruft mit vielen Partnern zur Fürbitte für Menschen in Südafrika auf

Die Situation in Südafrika ist angespannt. Zum einen trifft die Corona-Pandemie das Land in einer dritten Welle erneut mit großer Wucht.  Zudem haben seit der Inhaftierung des ehemaligen Präsidenten Jacob Zuma Blockaden von Straßen und Plünderungen begonnen – vor allem in der Heimatprovinz von Zuma (KwaZulu/Natal, sowie in Gauteng).

Mittlerweile ist die Lage dort so eskaliert, dass der Notstand ausgerufen wurde. „Die Situation in Südafrika macht mich sehr besorgt. Viele Menschen wissen überhaupt nicht, wovon sie für sich und ihre Familie den nächsten Tag bestreiten sollen“, sagt die Auslandsbischöfin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Petra Bosse-Huber. Durch die Corona-Pandemie seien auch die letzten Reserven aufgebraucht. „Nun verschärft sich die um sich greifende Gewalt an vielen Orten Südafrikas dramatisch“.

Gemeinsam mit weiteren Partnern ruft die EKD zur Fürbitte für die Menschen in Südafrika auf. „Angesichts der Nachrichten aus unseren Partnerkirchen und der Bitte aus Südafrika, die Menschen auch in unseren Gebeten nicht zu vergessen, freue ich mich, dass viele Kirchen und Werke uns in dieser Fürbitte für Südafrika begleiten“, sagt Bosse-Huber.

Die Fürbitte und eine Liste der aufrufenden Kirchen und Werke finden Sie hier.

Nach oben

Brief der Lutherischen Kirche im südlichen Afrika

Bischof Bvumbwe schreibt, in seiner Funktion als leitender Bischof der Dachorganisation der Gemeinschaft der Lutherischen Kirchen im südlichen Afrika (Lutheran Communion in Southern Africa - LUCSA), an die 15 Mitgliedskirchen wegen der derzeitigen Corona-Situation Zeilen der Verbundenheit und des geistlichen Zuspruchs:

Seit einiger Zeit können wir uns wegen COVID-19 nicht mehr physisch treffen. Selbst wenn wir uns über ein Zoom-Meeting treffen möchten, kann aus unterschiedlichen Gründen nicht jeder teilnehmen.

Deshalb schreibe ich diesen Brief, um mein Bedauern darüber auszudrücken, dass COVID-19 unser Leben und unsere Gemeinschaft so schwierig gemacht hat. Kommunikation war und ist eine große Herausforderung. Viele unserer Mitgliedskirchen sind von der Pandemie schwer getroffen; Menschenleben sind verloren gegangen und die Wirtschaft unserer Länder ist zerrüttet. Während ich diese Zeilen schreibe, sind immer noch viele Menschen in unserer Region krank, und täglich werden Menschenleben ausgelöscht. Die Zahl der Infektionen steigt in der Dritten Welle auch durch die Delta-Variante rapide an.

Die Situation sieht nicht gut aus. Dennoch hat unser Gott die Fäden in der Hand und er spricht: Ich habe das Schreien meines Volkes gehört und bin herabgekommen, um es zu retten. (siehe 2. Mose 3,7-8) Wenn wir zum allmächtigen Gott beten, dass er in unserer Situation eingreift, können wir sicher sein, dass er die Schreie seines Volkes gehört hat und im Begriff ist, einzugreifen und Gottes Schöpfung wieder mit Leben und Freude zu erfüllen, wie er verspricht: Ich werde alles neu machen; ich komme bald. (siehe Offb 22,20)

Ich fordere uns alle daher auf, im Gebet nicht nachzulassen, bis sich die Situation normalisiert hat. Lasst uns den Glauben bewahren und denjenigen unter uns Hoffnung geben, die von COVID-19 und seinen Auswirkungen stark betroffen und am Boden zerstört sind. Behalten Sie den Glauben, lassen Sie uns die Hoffnung nicht verlieren. Lassen Sie sich daran erinnern, dass unser Gott versprochen hat, uns nicht zu verlassen und verspricht: "Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt." (Mt 28,20).

Wir können seinen Worten vertrauen.

Bleiben Sie in Sicherheit, bis wir uns wiedersehen können.

Den Brief in Originalsprache können Sie hier lesen.

Nach oben

Schwere Proteste in Eswatini. 

Nach Medienberichten haben sich die seit Mai 2021 andauernden Proteste verschärft. Bei Protesten für einen demokratischen Wandel und soziale Absicherungen waren 2 Abgebordnete inhaftiert worden, zweihundertfünfzig Menschen wurden verletzt und mindestens ein Mensch getötet. Am Montag, den 28. Juni 2021 gab es Plünderungen und Brandanschlägen. 

Ashmeer Joseph, stellvertretender ELCSA-Generalsekretär, ruft im Namen der ELCSA-Führung die Bürger, die Regierung und die Sicherheitskräfte von Eswatini zu Ruhe, Zurückhaltung und Frieden auf und ermutigt, für eine friedliche Lösung für die Probleme und Herausforderungen in Eswatini zu beten. ​

Nach oben

Dr. Joachim Lüdemann - Vertrauter Kollege in neuer Funktion

Dr. Joachim Lüdemann wird neuer Referent für die ökumenische Zusammenarbeit mit Südafrika, Botswana und Eswatini

In der Abteilung IkZ begrüßen wir einen vertrauten Kollegen in einer neuen Funktion: Dr. Joachim Lüdemann übernimmt seit dem 1. Mai 2021 die Position des Referenten für die ökumenische Zusammenarbeit mit Südafrika, Botswana und Eswatini. Der Arbeitsbereich "Globale kulturelle Vielfalt" wird dann nach seiner Rückkehr nach Deutschland im Sommer 2022 auf ihn übertragen.
Dr. Joachim Lüdemann ist in Südafrika aufgewachsen. Auf sein Studium der ev. Theologie an der Kirchlichen Hochschule Bethel, Bielefeld, der Universität Hamburg sowie am Missionsseminar in Hermannsburg folgte ein Vikariat in Soltau und Lindsborg, Kansas (USA). Eine Promotion an der Universität Göttingen mit einer Studie zum Wirken des Leipziger/ Hermannsburger Missionars August Mylius in Andhra Pradesh, Indien und dessen Interaktion mit dem Kastensystem vertiefte die theologische Ausbildung. Seit 2001 ist er auf unterschiedlichen Positionen im Kontext des ELM in Südafrika tätig: 
Nach einem Sprachstudium in IsiZulu (Pretoria) folgte bis 2007 die Mitarbeit im Gemeindeaufbau als Pastor der ländlich geprägten eTshaneni Parish der ELCSA im Grenzgebiet zu Mosambik und eSwatini. Bis 2017 arbeitete er als Pastor in der Innenstadtarbeit der Großstadt Durban. Dort baute er u.a. die Studierendenarbeit an mehreren Universitäten der Großstadt mit auf. 2015 kommt die Arbeit als Regionalvertreter des ELM für das Südliche Afrika hinzu und seit 2017 ist er Pastor in der Durban Central Parish. 
Nun gilt es Brücken zu schlagen, seine langjährigen Erfahrungen und diesen Stellenanteil mit seiner neuen Stelle in Hermannsburg zu verbinden, bis er im kommenden Sommer mit seiner Frau Ingrid, geb. Höse und den drei Söhnen Ben Jabulani (18), Samuel Sibusiso (7) und Jakob Mandlenkosi (4) nach Deutschland zieht. Wir freuen uns auf die gemeinsame Zeit und das Miteinander im Gestalten von Zukunft. 
Zentral ist für Dr. Lüdemann die Einladung Gottes zur Mitarbeit in seiner vielfältigen weltweiten Gemeinde - mit persönlicher Begeisterung und Engagement genauso wie mit dem Teilen von Enttäuschungen und Scheitern. So wird Zukunft im Zeichen der von Gott versprochenen Hoffnung ermöglicht, wo menschlich gesehen eigentlich nur Wände und Abgrenzungen zu erwarten wären: 
„Ich sehe die internationale kirchliche Zusammenarbeit, wie sie vom ELM mitgestaltet wird, als einen unabdingbaren Charakter der Kirche der Zukunft. Dies gilt insbesondere in einer Zeit des wachsenden Nationalismus, Tendenzen nationaler Abschottung (begleitet von wachsendem Populismus), aber auch in Zeiten wachsender Krisen kirchlicher Relevanz weltweit. Diesen Tendenzen, wenn sie auch teils unterschiedliche Ausprägungen haben, sind Träger- und Partnerkirchen des ELM gleichermaßen ausgesetzt. Bei der Suche nach angemessenen Antworten auf diese und andere drängende gesellschaftliche Herausforderungen ist ein international ökumenischer missionarischer Ansatz zentral wichtig.“ 
Während wir ihn derzeit eher auf Video-Sitzungen mit wechselnden Hintergründen sehen, die einen hier neidisch machen können (er ist nämlich nebenher auch noch ein begnadeter Fotograf und hatte definitiv besseres Wetter als wir) freuen wir uns natürlich auch unsererseits sehr auf mehr reale Begegnungsflächen und wünschen ihm für den neuen Start immer gute Internetverbindungen, weiterhin ein glückliches Händchen auf dem internationalen Parkett und dass es ihm noch lange so viel Freude bereitet, Hoffnung zu verbreiten, Brückenbauer zu sein und begeistert für ein Miteinander und ein „trotz alledem und gerade deswegen“ zu werben.
Ein herzliches Willkommen!
1.6.2021 MLa

Nach oben

Südafrika: Naledzani Sikhwari erste Bischöfin der ELCSA

„Gestern erreichte mich die freudige Nachricht, dass die Wahlsynode der ELCSA Northern Diocese Frau Dean Sikhwari zur neuen Bischöfin gewählt hat. Das ist ein historischer Moment für ELCSA und die Kirchen in der Region, für die dies ein Novum ist.“ Mit diesen Worten kommentierte Dr. Joachim Lüdemann, Regionalvertreter des ELM im südlichen Afrika, die Wahl von Pfarrerin Naledzani Sikhwari zur ersten Bischöfin einer Diözese der Ev.-luth. Kirche im Südlichen Afrika (ELCSA). „Davon wird hoffentlich eine wichtige Signalwirkung ausgehen. Bishop elect Sikhwari kenne ich von diversen ELCSA Generalsynoden - eine tolle Wahl.“

Auch die Gebietsreferentin für Afrika des Lutherischen Weltbundes, Pfarrerin Dr. Elieshi Mungure, nahm diese Nachricht begeistert auf. „Ihre Wahl am 10. April ist ein Zeugnis dafür, wie der Heilige Geist wirkt und über Geschlechtergerechtigkeit und partizipative Führung unter Gottes Kindern sowohl in der Kirche als auch in der Gesellschaft spricht. Der LWB begrüßt diese historische Wahl mit großer Freude.“

Die 55-jährige Theologin Naledzani Sikhwari studierte Theologie an der Universität von Kwazulu-Natal. Darüber hinaus hat sie einen Bachelor-Abschluss in Wirtschaft von der Universität Venda in der nördlichen Provinz Limpopo sowie in Psychologie von der University of South Africa (UNISA).
Die neu gewählte Bischöfin ist derzeit Dekanin des Kirchenkreises Mphome in der Norddiözese der ELCSA, ein Amt, in das sie 2006 ebenfalls als erste Frau gewählt wurde. Ordiniert wurde sie 1997 und diente als Pfarrerin in den Gemeinden Carlsruhe und Kgapane. Naledzani Sikhwari wird im Mai zur Bischöfin der Norddiözese geweiht werden.
ELM/LWB

Nach oben

Zum Tod von Bischof M.J.H. Ubane, leitender Bischof der ELCSA

Das ELM trauert um Bischof Molwane Job Henock Ubane. Der Bischof der Evangelisch-lutherischen Kirche im südlichen Afrika (ELCSA) verstarb am 28. Januar spät abends an den Folgen einer Coronavirus-Infektion. Er wurde nur 60 Jahre alt. Ubane hinterlässt seine Ehefrau und drei Töchter.

Sein Tod lässt uns im Ev.-luth. Missionswerk in Niedersachsen (ELM) fassungslos zurück. Job Ubane wurde im April 2017 zum Bischof der Westdiözese der Evangelisch lutherischen Kirche Südafrikas ernannt und bald darauf auch zum leitenden Bischof der Evangelisch lutherischen Kirche im südlichen Afrika.  Der Direktor des ELM, Michael Thiel, spricht für alle Mitarbeiter*innen, wenn er sagt: „Wir kannten Bischof Ubane als unermüdlichen Arbeiter für seine Kirche. Mit Respekt denken wir an seine Bemühungen, die ELCSA umzustrukturieren und Probleme aktiv und entschlossen anzugehen. Ubane arbeitete wie ein Manager und war gleichzeitig ein geistlicher Leiter. Er hatte seine Gesprächspartner immer im Blick und vergaß selbst bei ernsten Themen den Humor nicht. Vor wenigen Wochen war Ubane Referent beim ELM-Missionstag und sprach mit Bischof Ralf Meister aus Deutschland und Präsidentin SÍlvia Genz aus Brasilien über Rassismus. Unvergessen bleibt uns sein dort geäußertes Credo: "partnership is god action" (Partnerschaft ist Gott in Aktion) und wir können hinzufügen: "Ja, da war der Geist Gottes, wann immer wir Bischof Ubane begegnet sind."  

Für uns im ELM war es ein Privileg, mit Bischof Ubane partnerschaftlich zusammenzuarbeiten. Wir verlieren mit ihm einen guten Freund, einen geistlichen Leiter und einen Kämpfer für eine gerechtere Welt. Möge Gott seiner Familie und seiner Kirche beistehen. 

Nach oben

Er konnte Ozeane überwinden

Die Nachricht von Bischof Ubanes Tod hat mich hart getroffen - wie uns alle. 
Bischof Ubane hat eine wunderbare Rolle in unserer Partnerschaft gespielt, in der Partnerschaft des ELM mit unserer Partnerkirche ELCSA, in einer Zeit, in der die ELCSA (vor seiner Amtszeit) durch interne Probleme gelähmt war und die Kommunikation mit den ökumenischen Partnern der ELCSA weltweit fast zum Erliegen kam. Sein warmes Lächeln, seine einladende Persönlichkeit öffneten der ELCSA die Tür zu den internationalen ökumenischen Partnern. Sein Mut, schwierige Themen anzusprechen und anzugehen, wurde auch von uns ELCSA-Partnern im Ausland bewundert.
Auf einer persönlichen Ebene bin ich Bischof Ubane zutiefst dankbar für die vielen Gespräche, die wir hatten - die meisten davon
am Telefon - die von Vertrauen und großer Offenheit geprägt waren und in denen er mich in sein Vertrauen gezogen hat. Was für ein
Geschenk - wahrlich ein Zeichen für die Art von Kirchenpartnerschaft, die Ozeane und künstliche Mauern von Kultur, Rasse oder Nationalität überwindet - verbunden in unserem christlichen Glauben.
In der tiefen Traurigkeit, die die ganze ELCSA, die Ubane-Familie und uns als ökumenische Familie weltweit ergriffen hat, ermutigt mich die Losung für den Monat Februar aus Lukas 10, Vers 20:
"Freut euch, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind!"
Dies ist eine passende Erinnerung an den Glauben, der unseren Bischof getragen hat auf seinem oft einsamen Weg im Kampf gegen Korruption und Zwietracht in seiner geliebten Kirche ELCSA. Sein Heiland, Jesus Christus, ist ihm vorausgegangen und hat seinen Namen in den Himmel geschrieben:
"Hier ist der Platz für Molwane Job Henock Ubane" Ulale nokuthula - Baba Bishop!
Wie Paulus uns in Römer 6, Vers 8 erinnert: "Wenn wir aber mit Christus gestorben sind, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden!" Möge dies unser Trost in diesen Tagen des Abschiednehmens sein.

(ELM-Regionalrepräsentant für das südliche Afrika, Pastor Joe Lüdemann, erinnert sich im Rahmen des Memorials an Bischof Ubane und überbringt die Kondolenz des ELM) 

 

Nach oben

Bischof Ubane – ein Freund sondergleichen

Ernst Lange, Missionar i.R., zeichnet angesichts des Todes seines engen Freundes Bischof Ubane, ein anrührendes Bild von einer zeitlebens intensiven und innigen Freundschaft zwischen einem europäisch-stämmigen und einem afrikanischen Pastor:

"Bischof Molwane Job Henoch Ubane, den ich nur Job genannt habe, war ein “Kind der Hermannsburger Mission”. Geboren wurde er am 26.1.1961 mit seiner Zwillingsschwester Sinah in Hebron, einem von Missionar Heinrich Kaiser angelegtem Dorf.  Er wurde am 5.3.1961 mit seiner Schwester von Missionar Friedhold Dehnke getauft, und am 5.9.1976 von mir konfirmiert. Er erhielt seinen Konfirmationsspruch aus 1. Timotheus 6,6-7: “Die Frömmigkeit aber ist ein groβer Gewinn für den, der sich genügen lässt. Denn wir haben nichts in die Welt gebracht; darum werden wir auch nichts hinausbringen. (Wenn wir aber Nahrung und Kleider haben, so wollen wir uns darin genügen lassen).”

Job und ich lernten uns in Hebron kennen. Ich als Pastor / Hermannsburger Missionar, und Job als Konfirmand. Er war ein Junge wie alle anderen. Im Dorf war er unter den Jungen bekannt als ein nicht zu unterschätzender Gegner im Faustkampf. Es waren keine “Gangs” die sich bekriegten, sondern normale Dorfjungen, die sich in ihrer Stärke maβen.

Job fiel mir im Konfirmandenunterricht auf als freundlicher und aufmerksamer Junge. Er hatte ein entwaffnendes und freundliches Lächeln und kam, wie es auch andere Jungen taten, öfter nach dem Unterricht zu Besuch ins Missionshaus. Besonders interessierte ihn mein Rasenmäher. “Dieser Rasenmäher war eigentlich Schuld daran, dass ich später das Theologiestudium began” erzählte er mir später lachend.

Nach der Konfirmation zog Job bei mir ein. Ich brauchte jemanden, der im Kirchenbüro präsent war, wenn ich unterwegs war und mich im Büro unterstützte. Zu der Zeit hatte ich das Problem, dass im Kirchenbüro öfters eingebrochen wurde, wenn keiner auf dem Hof war. Man suchte das Kollektengeld und Dinge die sonst noch zu verkaufen gewesen wären. Kurz, Job hielt die Stellung. Und der war mir bei den vierteljährigen Monatsabrechnungen eine große Hilfe. Wenn ich einen Fehler in der Abrechnung nicht entdecken konnte, Job fand ihn, da konnte ich mir sicher sein.

Die Kassenbücher mussten ja stimmen, bis auf den letzten “Tikkie und Penny”. Abends vertrieben wir uns die Zeit indem wir uns beliebte Hörspiele im Setswana-Rundfunk anhörten. Es gab ja damals noch kein Fernsehen. War die Geschichte vorbei, übten wir Posaune. Jobs guter Freund Matshube Mfoloe war immer mit dabei. Diese Stunden waren der Anfang des Posaunenchors in Hebron, der bis heute noch besteht. 

Nachdem meine Haushälterin gekündigt hatte, bat ich Jobs Mutter, mir Junggesellen den Haushalt zu führen. Sie kochte für uns beide sehr schmackhaftes Essen, und das Haus war immer “spick and span” sauber. 5 Jahre gingen vorüber. Job bereitete sich auf das Matrikexamen vor, und ich war auf Heimaturlaub in Deutschland, und in Amerika zum “Stewardship-Training”. Dort erhielt ich zu meiner groβen Freude einen Brief, in dem Job mir mitteilte, dass er sich zum Theologiestudium in Marang entschlossen hätte. Nach weiteren 5 Jahren war Job dann Pastor, mit einer ersten Pfarrstelle in Itsoseng Parish. 

Die Geheimpolizei wurde auf ihn aufmerksam, da er es wagte, einige Fehler der damaligen Bophutatswana-Regierung beim Namen zu nennen. Die Kirchenleitung versetzte ihn daraufhin nach Lichtenburg in RSA um ihn zu schützen.

Job war mit Leib und Seele Gemeindepastor.

Am 4.2.1989 heirateten Ruthild geb Rasmuss und ich. Job Ubane war einer unserer Trauzeugen. Als uns dann unser erstes Kind geschenkt wurde, war es keine Frage: Job wurde einer der 3 Taufpaten.

Job und Kedibogetse Miriram Ditibane heirateten standesamtlich am 2.9.1989 in Ganalaagte. Die groβe Hochzeitsfeier wurde, wie es Tradition ist, zweimal gefeiert: am 5.12.1999 im Hause der Braut, und am 12.12.1999 in Hebron. Nach der Geburt ihrer ersten Tochter Boitshoko (“Geduld”) wurde Ruthild gebeten ihre Taufpatin zu sein. So verbinden unsere Familien viele freundschaftliche Bande.

Job wurde von der Kirchenleitung dazu bestimmt, sich im Finanzwesen ausbilden zu lassen. Er erhielt seine Ausbildung an der technischen Hochschule in Mabopane. Während dieser Zeit wohnte er da auch (während wir auf Heimaturlaubwaren) in unserem Haus in Mabopane, wo er mich als Pastor vertrat. Er war so auch der erste Pastor, der in der neu gegründeten Filiale in Akasia das heilige Abendmahl austeilte.

Nach seiner erfolgreichen Ausbildung in Finanzen, wurde er als “Assistant Treasurer” in der Kirchenleitung in Rustenburg eingestellt. Während dieser Zeit haben wir uns öfter getroffen wenn ich bei Kirchenratssitzungen war, oder Bibeln und Gesangbücher besorgte. Immer waren diese Treffen von einer innigen und fröhlichen Herzlichkeit und tiefen Verbundenheit geprägt. Auch auf persönlicher Ebene trafen wir uns öfter als Familien in unseren Häusern.

Als der “Diocesan Treasurer”, Pastor Ephraim Kubu, plötzlich verstarb, war es selbstverständlich, dass Job Treasurer wurde. Als solcher hatte er oft einen sehr schweren Stand. Zum Einen mussten die monatlichen Gehälter der Kirchangestellten gezahlt werden, zum Andren mussten auch alle sonstigen Ausgaben beglichen werden. Hier schon war er wachsam und erfolgreich, Versuche von auβen, an das Kirchgeld heranzukommen zu entlarven und scheitern zu lassen. Er wurde bekannt durch seine Ehrlichkeit und Gewissenhaftigkeit einerseits, und seine Fürsorge um die kirchlichen Mitarbeiter andererseits. Wenn das Geld nicht reichte um die Gehälter / Pensionen zu zahlen, war er wirklich unglücklich.

In enger Zusammenarbeit mit Bischof M.M. Ditlhale gelang es ihm, “die Rinder im Stall zu halten”. (…das Geld klug zu nutzen). Rückblickend darf man sagen: die Zeit Jobs als Treasurer unter Bischof Ditlhale war eine gute Vorbereitung für sein eigenes späteres Bischofsamt.

Niemand kannte sich besser aus in der Verwaltung als er.

Das letzte groβe Erlebnis, das wir zusammen erlebten, war seine Wahl zum Bischof der Western Diocese. Wir beobachteten die Wahlvorgänge in der Halle. Er saβ hinten in der Halle auf einer Seite der Glaswand, ich direkt als Beobachter hinter ihm auf der anderen Seite der Wand. Die Wahl war eindeutig, und Job hatte somit einen guten Vertrauensvorschuss von der Synode und der Mitarbeiterschaft.

Ich bin unserem dreieinigen Gott dankbar für die Gnade, dass einer meiner ehemaligen Konfirmanden das höchste Amt in der Diözese bekleiden konnte, und ein Jahr später dann auch das Amt des leitenden Bischofs der gesamten ELCSA.

Von nun an war Job beschlagnahmt von Wohl und Wehe der ELCSA. Er nahm seine Rolle als Bischof sehr ernst, und arbeitete hart. Leider musste er auch Enttäuschungen erfahren, und erlebte wie einige Synodale sich destruktiv der Kirche gegenüber verhielten. Er selbst erlebte Anschläge auf sein Leben, und musste zum Teil unter Polizeischutz seine Arbeit leisten. Aber er erlebte auch wie Christen ihm zur Seite standen und ihn beschützten.

In seinen letzten Wochen mahnte er verschiedentlich zur Vorsicht und zum verantwortlichen Handlen in der Corona Pandemie. Leider fiel er dann nach verschiedenen Beerdigungen von Corona-kranken Menschen dieser Krankheit selbst zum Opfer.

Bischof Job “hat den guten Kampf gekämpft” (2. Tim 4: 7-9). In der Trauerpredigt bei seiner Beerdigung bezeichnete der amtierende Bischof Nkosinathi Myaka Job als einen erfolgreichen Kurzstreckenläufer. Wenn wir uns auch von ihm in seiner wichtigen Arbeit einen Marathonlauf erhofft hatten, so hat er doch in seinem kurzen Lauf das Ziel erreicht.

Das ewige Licht leuchte ihm. Möge Gott seine Familie trösten, samt allen, die um ihn trauern."

Ernst Lange (von Job “Onkel Erni” genannt)

Nach oben

Ubanes Worte mögen uns Vision und Anspruch sein

Partnerschaften im Kirchenkreis Burgwedel-Langenhagen trauern um Bischof Ubane

Die WhatsApp-Nachrichten aus unserem Partnerkirchenkreis Odi kamen zuhauf: Unser Bischof ist an Covid-19 erkrankt! Die Menschen waren berührt und erschrocken, war es doch Bischof Ubane, der ihnen in der Zeit der Corona-Pandemie immer wieder Hoffnung und Zuversicht gegeben hatte. Mit großer Anteilnahme wurde für die Genesung des Bischofs gebetet und zunächst sah es so aus, als wäre er auf dem Wege der Besserung; doch dann kam die Nachricht seines Todes.

Bischof Ubane ist in Hebron aufgewachsen, im Zentrum des Kirchenkreises Odi, dem heutigen Sitz des Deancenters. Während seine Geschwister dort das kirchliche Leben mitgestalten, hat der Bischof schon früh seine Heimat zu Ausbildungszwecken verlassen – und ist doch immer einer der Ihren geblieben.

Bischof Ubane hatte die Gabe, den Menschen mit großer Warmherzigkeit zu begegnen. Seine charismatische Persönlichkeit, seine positive Ausstrahlung wurde genährt von seinem starken Glauben; darin war er vielen Schwestern und Brüdern ein Vorbild. Er wurde als starke und integre Persönlichkeit wahrgenommen, der seine Arbeit und sein Amt als Bischof mit großer Verantwortung wahrnahm und sich für seine Ziele mit hohem Engagement und großer Strahlkraft einsetzte.

Das gab den Menschen Hoffnung und Mut, auch und gerade in schweren Zeiten. Er rief die Menschen dazu auf, nicht den Mut und nicht den Glauben zu verlieren. Und so reagieren viele Menschen auch jetzt auf den Tod ihres Bischofs mit Äußerungen wie: „It is heartbreaking – but God will be on our side!“

Auch hinsichtlich der Partnerschaftsarbeit fand Bischof Ubane eindrückliche Worte: „Partnership is God in Action!“ Diese Worte mögen uns Vision und Ansporn sein.

(Dörte Behn-Hartwig, Vorsitzende des Ausschusses für Mission, Ökumene und Partnerschaftsarbeit (MÖP) im Kirchenkreis Burgwedel-Langenhagen)

 

Nach oben

Nach oben

Südafrika: Weitere Einschränkungen und Silvester eine Kerze

Der südafrikanische Präsident Cyril Ramaphosa am 28.12.2020 weitere Einschränkungen bekanntgegeben. Zu Silvester wird er eine Gedenkerze anzünden und lädt zum Mitmachen ein.

Weiterlesen

Nach oben

Südafrika: Zweite Welle – was bedeutet das für die Kirchen?

Joe Lüdemann, ELM-Regionalrepräsentant für das Südliche Afrika, schrieb uns am 30. November 2020 einen Situationsbericht.

Nach oben

Südafrika: Zweite Welle der Corona-Pandemie angekommen

Am 14. Dezember erläutert der südafrikanische Präsident Cyril Ramaphosa neue Maßnahmen zur Einschränkung der Pandemie.

Mehr lesen und Rede anschauen.

Nach oben

Corona in Südafrika: Ein besonderes Treffen

Ende Oktober lud das ELM zu einem digitalen Treffen zwischen Vertreter*innen von Partnerschaftsgruppen, Südafrika-Interessierten und Vertretern der südafrikanischen ELM-Partnerkirchen ein. Ziel war es, mehr über die derzeitige Situation der südafrikanischen Kirche zu erfahren, die wie auch in Deutschland stark von den Bedingungen unter Corona geprägt ist.

Weiterlesen ...

Nach oben

Südafrika: ELCSA-SED hat neuen Bischof

Weihe von Bischof Nkosinathi Msawenkosi Myaka

Anlässlich der Weihe von Bischof Nkosinathi Msawenkosi Myaka am 27. September 2020 äußerten sich verschiedene hochrangige Gäste wie der amtierende Premierminister von KwaZulu-Natal, Sihle Zikalala, äußerst positiv über die Ernennung des Bischofs und die Rolle der evangelisch-lutherischen Kirche für die südöstliche Diözese der südafrikanischen Kirche (ELCSA-SED) zum gegenwärtigen Zeitpunkt. Auch der ELM-Regionalvertreter für das südliche Afrika, Pastor Dr. Joe Lüdemann, konnte vor Ort der Freude des ELM und anderer Partner zu diesem Fest in einem kurzen Grußwort Ausdruck verleihen.
Weiterlesen ...

 

Nach oben

Südafrika: Aktuell viele Konflikte

Report des ELM-Repräsentatenten für das südliche Afrika

In Südafrika hat es in der letzten Zeit nicht an Konflikten gemangelt: Rassismus, Korruption, Verlierer*innen der anhaltend starken Rezession, interner Kirchen-Konflikte, Gender-based violence.
All das wurde durch Corona nicht etwa eingedämmt, sondern eher noch angefacht oder zumindest offengelegt. Lesen Sie zur Situation in Südafrika den neuen Report des ELM Repräsentant für das südliche Afrika, Pastor Dr. Joe Lüdemann.

Teil 1 lesen

Lesen Sie zur Situation der Partnerkirchen des ELM in Südafrika den zweiten Teil des Berichtes von Pastor Dr. Joe Lüdemann

Teil 2 lesen

Nach oben

My children can´t breathe

Johan Robyn über Rassismus in Südafrika

In dem Podcast „My children can´t breathe“ berichtet Johan Robyn als „People of Color“ über seine Erfahrungen mit Rassismus in Südafrika und wie aktuell das Thema heute ist. Die Bilder von George Floyd haben ihn an sein eigenes Schicksal sowie das seiner Eltern und Großeltern erinnert. Aber auch seine Kinder sind von Rassismus betroffen. Unterstützt von seiner Tochter interpretiert Johan Robyn seinen Text für das Magazin „Mitmachen“ neu. Da wir gerne wollten, dass Johan seinen Text selber einspricht, ist der Podcast in englischer Sprache aufgenommen.

Lesen Sie hier die deutsche Übersetzung und das englische Original.

Nach oben

Nach oben

Südafrikanischer Kirchenrat (SACC) nimmt Stellung zu Korruption und Veruntreuung von Mitteln aus COVID-Hilfsfonds

„Nach Jahren staatlicher Bereicherung, unethischer Regierungsführung und den groß angelegten missbräuchlichen Bereicherungen aus der Covid-19-Notfinanzierung der jüngsten Zeit, stehen wir jetzt vor einer Situation in der die moralische Verkommenheit einiger Menschen in Führungspositionen in Politik und Wirtschaft den Begriff der Nation und den ihm zugrundeliegenden Wert des Gemeinwesens  untergraben.
Deshalb sind wir verpflichtet, uns zu positionieren:
So wollen wir als Nation nicht wahrgenommen werden. Wir lehnen es ab, dass korrupte Netzwerke ihren kriminellen Aktivitäten nachgehen und die Rechte ehrlicher und gesetzestreuer Menschen mit Füßen treten!
Der Südafrikanische Kirchenrat (SACC) ruft deshalb gemeinsam mit der Ahmed Kathrada Foundation, der Desmond & Leah Tutu Legacy Foundation, der Nelson Mandela Foundation, der Foundation for Human Rights und dem Council for the Advancement of South African Constitutiion (CASAC) alle, die in Südafrika leben, dazu auf, gegen Korruption vorzugehen.
In der kommenden Woche werden der SACC und seine Partnerorganisationen mit einer Reihe von Expert*innen zusammenarbeiten, um Vorschläge für eine umfassende gesellschaftliche Reaktion auf die Korruption zu erarbeiten. Dazu gehört die Wiedereinrichtung  der „Entlastungs-Kommission“ („Unburdening Panel“) für Whistleblower und staatliche Bedienstete, die über Korruption berichten, sowie ein landesweiter Aufruf an die Zivilgesellschaft, ihrer Empörung Ausdruck zu verleihen: der Empörung über die Plünderungen an der eigenen Bevölkerung und über das  Ausbleiben von Konsequenzen dieser Machenschaften.
Wir fordern  die Öffentlichkeit auf, folgende Maßnahmen zu ergreifen:
1.    Aufbau eines ethischen Staates:

-    weigert euch, zuzulassen, dass die verfassungsmäßigen Rechte durch ein Netzwerk von Dieben und Verbrechern ausgehöhlt werden. Korrupte Politiker, Geschäftsleute, Beamte und Fachleute dürfen nicht „mit Totschlag davonkommen“. Bereicherungen während der Pandemie zu verhindern, kann den Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachen;

-    nennt die Korrupten beim Namen und stellt sie bloß und unterstützt und stärkt ehrliche Beamte und Whistleblower; und,

-    fordert die Regierung auf, dafür zu sorgen, dass alle politischen Repräsentanten und ihre unmittelbaren Familienangehörigen sowie alle  Staatsbeamten keinerlei Geschäfte mit dem Staat tätigen dürfen.

2.    Transparenz:
-    fordert, dass die Budgets für alle Verträge im Zusammenhang mit Covid-19 auf sämtlichen Regierungsebenen veröffentlicht werden ebenso wie die Einzelpreise pro Artikel/Dienstleistung.
-    fordert, dass die Regierung veröffentlicht, wie sie die 5.500 Milliarden Euro (Rand?) ausgegeben hat, und fordert den Solidaritätsfond auf, dies ebenfalls zu tun. Es müssen praktische Maßnahmen ergriffen werden, um sicherzustellen, dass alle weiteren Zahlungen aus diesen Fonds sowie dem IWF-Darlehen in Echtzeit veröffentlicht werden.

3.    Rechenschaftspflicht:
-    fordert die Regierung auf, alle Gelder zurückzuerstatten, die durch irreguläre und korrupte Covid-19-Verträge verloren gegangen sind; und,
-    nutzt jedes Mittel der Mobilisierung, das unter den Beschränkungen von Covid-19 möglich ist, um der Regierung klar zu machen, dass wir ihre „papierenen Versprechen“ zur Korruptionsbekämpfung nicht akzeptieren werden. Stellt sicher, dass diejenigen, die in korrupte Aktivitäten verwickelt sind, überprüft und strafrechtliche verfolgt werden. Wir wollen die Korrupten im Gefängnis sehen!

Der Staat kann uns nicht erzählen, dass er nicht wusste, dass die „Raubtiere“ schon früh in der Pandemie darauf warteten, zu „fressen“.
-    Der SACC warnte bereits im April und forderte spezifische Maßnahmen zur Bekämpfung der Covid-19-Korruption.
-    Ebenso gaben die Kathedra-Stiftung und mehrere zivilgesellschaftliche Organisationen im Mai praktische Empfehlungen ab, wie Überwachung der 500 Milliarden Rand durch die Regierung erfolgen sollte. Dazu gehörten Transparenz und die effektive Nutzung des Online-Portals des E-Ausschreibungssystems sowie die Einbeziehung vertrauenswürdiger Personen außerhalb der Regierung, die dabei helfen sollten, die Verwendung der Gelder und Ressourcen zu überwachen.
-    Die CASAC fordert seit geraumer Zeit die Einrichtung einer eigenen unabhängigen Anti-Korruptions-Einheit „mit Zähnen“.
-    Die Stiftung für Menschenrechte hat Rechenschaftspflicht und sichtbare Konsequenzen für korrupte Handlungen gefordert; denn ohne diese haben wir eine ungebremste Straffreiheit. Schwache Strafverfolgungsmechanismen, mangelhafte Ermittlungen und zu wenig strafrechtliche Verfolgung von Korruption tragen zu dieser Straffreiheit bei.
-    Die Nelson-Mandela-Stiftung hat sich für die Entwicklung eines Gesellschaftsvertrages von und mit den Menschen eingesetzt. Ein solcher Gesellschaftsvertrag muss auf den Prinzipien der Integrität und d es ethischen Verhaltens beruhen.  
-    Die Tutu Legacy Foundation betonte anlässlich des Ablebens des Rivonia-Trialisten Andrew Mlangeni, dass er „sich weiterhin gegen Korruption, für Moral und Fairness innerhalb seines geleibten ANC und in der Regierung einsetzte“. Er sagte: „Ich bin nicht 26 Jahre lang ins Gefängnis gegangen, damit die Laute von den Armen stehlen“. Die Tutu Legacy Foundation fordert die Südafrikaner auf, einen neuen wertebasierten sozialen Pakt zu entwickeln, bei dem jungen Menschen an der Spitze stehen. Viele ältere Südafrikaner, die lebhafte Erinnerungen an die Apartheit und den Kampf dagegen haben, finden es schwierig - ja fast unpatriotisch - , die ANC-Regierung, die sie an die Macht gebracht haben, zu kritisieren oder zur Rechenschaft zu ziehen. Unsere Gesellschaft muss aus diesen Denkmustern ausbrechen. Diejenigen, die uns führen und vertreten, müssen ungeachtet ihrer politischen Zugehörigkeit an die höchste Ethik gebunden sein.

Wie Erzbischof Desmond Tutu 1998 warnte: „Der Preis der Freiheit ist ewige Wachsamkeit. Wir werfen die Ideale, die wir hatten, als wir noch kämpften, so leicht über Bord. Es ist wichtig, das wir den Elan unserer zivilgesellschaftlichen Organe, die Teil des Kampfes waren, bewahren ... Wir müssen die gleiche Fähigkeit bewahren, Korruption und Machtmissbrauch zu riechen ... Wenn sie (die Regierung) die wahren Demokraten sind, was wir hoffen, werden sie sagen: ‚Das sind in der Tat unsere wahren Freunde – diejenigen, die uns sagen, wenn die Dinge nicht in Ordnung sind‘.“

Lasst uns alle enger zusammenrücken und diejenigen aus dem öffentlichen und privaten Sektor entlarven, die scheinbar der Gesellschaft dienen wollen, aber  nichts andere als ihre eigenen Interessen im Sinn haben; lasst und Konsequenzen für die Korruption treffen; und lasst uns das zurückgewinnen, was rechtmäßig dem Volk gehört.   

 


Text im Original:


We Refuse to Allow Corruption to Destroy South Africa
Media Statement
7 August 2020

Issued by the office of the SACC General Secretary, Bishop Malusi Mpumlwana.

There comes a time when the moral depravity of some in positions of authority, and in the private sector, undermine the very notion of nationhood and the underlying value of public service.
After years of state capture and unethical governance, and more recently, largescale looting of Covid-19 emergency funding, that time is upon us.
We are compelled to assert: This is not how we shall be known as a nation. We refuse to allow corrupt networks in different provinces to go about their criminal activity, trampling on the rights of honest and law-abiding people!
The South African Council of Churches (SACC) therefore, together with the Ahmed Kathrada Foundation, the Desmond & Leah Tutu Legacy Foundation, the Nelson Mandela Foundation, the Foundation for Human Rights and the Council for the Advancement of South African Constitution (CASAC), calls on all who live in South Africa to act against corruption.
In the next week, the SACC and its partner organisations will work with a number of other formations, academics, and legal experts to mobilise a comprehensive societal response against corruption. This includes the reopening of the ‘Unburdening Panel’ for whistleblowers and public servants to report corruption, as well as a national call for the public to demonstrate their outrage at not only the looting, but the lack of consequences for it.
In a build up to this, we call on the public to make the following pledge:
1.    On building an ethical state:
•    Refuse to allow Constitutional rights to be eroded by a network of thieves and thugs. Corrupt politicians, business people, officials and professionals must not ‘get away with murder’. By preventing looting during a pandemic, we can indeed be the difference between life and death;
•    Name and shame the corrupt, and support and strengthen honest public servants and whistleblowers; and,
•    Call for government to ensure that all public representatives and political party executive committee members, and their immediate families, as well as all civil servants not be allowed to conduct business with the state.
2.    On transparency:
•    Demand that budgets for all Covid-19 related contracts at all levels of government are made public, along with the unit prices paid per item/ for services; and,
•    Demand that government makes public its spending of the R500 billion stimulus package, and call on the Solidarity Fund to do likewise. Practical measures should be put in place to ensure all further expenditure of these funds, as well as the IMF loan, is made public in real-time.
3.    On accountability:
•    Demand that government recoups all funds lost through irregular and corrupt Covid-19 contracts; and,
•    Use whatever means of mobilisation possible under Covid-19 restrictions to make it known to government that we will not accept its ‘paper commitments’ about tackling corruption. Ensure that those implicated in corrupt activities are investigated and prosecuted. We want to see the corrupt in jail!

The state cannot tell us that they did not know that the ‘predators’ were waiting to ‘eat’ early on in the pandemic.
•    The SACC warned about this in April and called for specific Covid-19 corruption busting measures.
•    Likewise, in May, the Kathrada Foundation and several civil society organisations made practical recommendations to monitor how the R500 billion was going to be spent by government. These included transparency and the effective use of the online portal of the e-tender system; and the involvement of trustworthy people outside of government to help monitor the use of funds and resources.
•    CASAC has for some time called for the establishment of a dedicated independent anti-corruption entity with teeth.
•    The Foundation for Human Rights has called for accountability and visible consequences for corrupt acts; for without that, we have unbridled impunity. Weak law enforcement mechanisms, poor investigations and too few prosecutions regarding corruption, feed into this impunity.
•    The Nelson Mandela Foundation has been advocating for developing a social contract by and with the people. Such a social contract must be mounted on the principles of integrity and ethical conduct.
•    The Tutu Legacy Foundation at the passing of Rivonia Trialist, Andrew Mlangeni, highlighted that he “continued to speak out against corruption, for morality and fairness within his beloved ANC and in government”. He said, “I did not go to prison for 26 years for people to steal from the poor.” The Tutu Legacy Foundation calls for South Africans to develop a new values-based social compact, with young people in the vanguard. Many older South Africans, with vivid memories of apartheid and the struggle, may possibly find it difficult – almost unpatriotic – to criticise or hold the ANC government they brought to power, to account. Our society must break out of that mould. Those who lead and represent us must be held to the highest ethics regardless of their political affiliation.

As Archbishop Desmond Tutu warned in 1998: “The price of freedom is eternal vigilance. We so easily jettison the ideals we had when we were struggling. It is important that we retain the vigour of our civil society organs that were part of the struggle… We’ve got to retain the same capacity to smell out corruption, the abuse of power… If they (the government) are the true democrats which we hope they are, they will say: ‘Those are in fact our true friends – the ones who tell us when things are not right.’”
Let us all close ranks and unmask those from within the public and private sector who appear to want to serve society, but have nothing but their own interests at heart; let there be consequences for the corrupt; and let us recover what rightfully belongs to the people.

Names of organisations

•    SACC
•    Ahmed Kathrada Foundation
 •    CASAC
•    Desmond & Leah Tutu Legacy Foundation
•    Foundation for Human Rights
•    Nelson Mandela Foundation

 

About SACC
The South African Council of Churches (SACC) is an ecumenical association of affiliated Christian Churches, and blocks of churches such as The Evangelical Alliance and the Council of African Independent Churches, with a mandate to lead common Christian action that works for moral witness in South Africa. SACC does not exist for the propagation and the advancement of its doctrinal position, but is the place where our diverse interpretations of our faith come together in action for social justice. It therefore seeks to achieve a visible, just socio-economic and ecological impact, enabled through engaged churches-in-community for a reconciled South Africa and our sub-continent.

 

 

 

 

Nach oben

Eine Verhaltensänderung ist sehr schwierig!

Am 8. Juli 2020 fand die erste Video-Konferenz mit den südafrikanischen Bischöfen aus den Partnerkirchen ELCSA, ELCSA (Cape), NELCSA und deren engsten Mitarbeiter*innen und Vertreter*innen des ELM statt. Weiterlesen...

Nach oben

Covid19 - Unterbrechung und Chance | Juli 2020

Corona Update aus Winterton | Juli 2020: Mein Name ist Elke Carrihill und ich bin Pastorin in einem kleinen Dorf namens Winterton am Fuße der majestätischen Drakensberge in Kwazulu-Natal, Südafrika. Mehr.

Nach oben

Mit Fantasie und Engagement gegen die Corona-Krise

Aktueller Bericht von Dr. Joe Lüdemann (Durban) vom 13. Juni 2020

Nach oben

Nach oben

Solidaritätsabgabe in der ELCSA Cape Church, 07.05.2020

Es gibt zahlreiche Ideen in unseren Partnerkirchen, in Corona-Zeiten christliche Nächstenliebe zu leben und praktische Solidarität mit den am stärksten von der Krise betroffenen Menschen zu zeigen. Ein Beispiel hat uns jetzt Gilbert Filter aus Südafrika, Bischof der ELCSA Cape Church, geschickt. So verzichten wie er viele seiner hauptamtlichen Kollegen freiwillig zunächst für 3 Monate auf 5 Prozent ihres Bruttogehalts, um das Geld in einen Fonds einzuzahlen. Dieser kommt den Menschen zugute, die durch die jetzige Krise ihr Einkommen verloren haben,  berichtet Bischof Filter.

Nach oben

Wir dürfen Masken herstellen! - Outreach-Foundation Hillbrow (Südafrika), 15.04.2020, 10:08 Uhr

Die soziale Arbeit in Hillbrow geht weiter. Schon lange gibt es ein Nähprojekt - nun werden diese Möglichkeiten nach entsprechenden Anträgen und Genehmigungen genutzt:

„Da wir über die Fähigkeiten und Einrichtungen zur Herstellung von Masken verfügen, um die Südafrikaner*innen im Kampf gegen die COVID-19-Pandemie zu unterstützen, hat uns die südafrikanische Regierung den Status eines wesentlichen Dienstes verliehen. Wir werden bald in der Lage sein, Masken für eine Schutzgebühr von 10,00 Rand (ca. 0,50 EUR) an die Öffentlichkeit zu liefern.“

Mehr dazu … (Link zur Webseite des Projekts)

 

Nach oben

Südafrika im Corona-Shut-Down - ELM-Regionalbeauftragter besorgt

Nach oben

Videobotschaft von ELM-Mitarbeiter Dr. Joe Lüdemann.



Nach oben

Corona im Südlichen Afrika, 24.03.2020, 19:05 Uhr

Aus Südafrika errechte uns dieser ausführliche Situationsbericht von Dr. Joe Lüdemann, ELM-Regionalvertreter für das Südliche Afrika (RESA).

Gottesdienst/Predigt am 22.03.2020 (isiZulu)  

Nach oben

Informationen aus Südafrika 19.03.2020, 16:32 Uhr

Die Situation im LUCSA-Kirchenbüro

Liebe Schwestern und Brüder,

Wir senden Euch mit den Worten des Oculi-Sonntagstextes Fastengrüße: „Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes.“ (Lukas 9, 62)

Es ist der Ruf und der Auftrag der Menschen Gottes, die Sicherheit des Tritts wiederzuerlangen und sich über das unebene Gelände zu erheben, auf dem sie pflügen - in dem Wissen, dass das unebene Gelände, das sie pflügen, morgen die Quelle ihrer Nahrung ist.

Die Realität des Corona-Virus versetzt die Welt in unsichere Zeiten, vor allem jene Regionen, die beginnen, Personen zu melden, die gerade an COVID-19 erkrankt sind. In solchen Situationen scheinen die Menschen von einem Moment auf den nächsten zu leben, wie es gerade kommt. Es gibt keine klar umrissenen Pläne oder Aktivitäten.

Das ist unsere Situation im LUCSA Kirchenbüro. Wir haben die für heute vorgesehene Sitzung des geschäftsführenden Ausschusses vertagt und den LUCSA-Rat vom 1. bis 5. Juni 2020 auf den 1. bis 5. September 2020 verschoben.

Viele unserer programmatischen Aktivitäten wurden auf Eis gelegt, da die meisten SADC-Länder grenzüberschreitende Reisen einschränken. Den LUCSA-Mitarbeitern wurde geraten, an allen Fronten äußerste Vorsicht walten zu lassen und bei Bedarf von zu Hause aus zu arbeiten.

Dem oben geschilderten Szenario Rechnung tragend, informieren wir Sie hiermit, dass Sie die Kommunikation mit dem LUCSA Kirchenbüro gerade als etwas herausfordernd empfinden könnten. Unabhängig davon, von wo wir arbeiten werden, werden wir alles in unserer Macht stehende tun, um zu informieren und Ihre Anfragen zu beantworten.

Wir werden das Mandat, das uns die Mitgliedskirchen erteilt haben, auch in Zeiten wie diesen erfüllen. Möge Gottes Gnade mit uns allen sein.

Grüße
Tswaedi DP.; Executive Director LUCSA

Text im englischen Original - English version

Nach oben

Gebetsimpuls aus Südafrika, 16.03.2020

„Herr, rette mich!“ - Diesen verzweifelten Schrei stößt Petrus nur wenige Sekunden später aus, nachdem er zunächst mutig aus dem Boot gestiegen war, voller Mut, begierig, der Autorität seines Herrn nachzufolgen (Matthäus 14,30).

Ich fühle mich im Moment ein bisschen wie Petrus: Sicherlich kann ich mit meinem Herrn an meiner Seite „auf dieser Corona-Welle reiten“, sicher kann ich mit Zuversicht und Vertrauen vorwärts gehen!

Aber dann sehe ich die Wellen - Land um Land, das den Notstand ausruft, Kirchen in Europa, die alle Gottesdienste aussetzen, und vor allem die Verdoppelung der Infektionen durch das Virus alle zwei bis drei Tage. „Herr, rette mich!“ - das ist der Schrei und das Gebet, das mir dann wieder ins Boot helfen kann. Denn der Herr tut genau das. Er sagt nicht zu Petrus: Ihr Kleingläubigen, leidet, weil ihr gezweifelt habt. Vielmehr streckt er liebevoll die Hand aus und hebt Petrus ins Boot. Er lehrt ihn nicht, mit Jesus auf dem Wasser zu gehen, sondern klettert mit ihm in das Boot.

Derzeit stehen wir vor einem Sturm, von dem niemand vorhersagen kann, wie lange er dauern wird und wie er enden wird. Niemand weiß es - nicht einmal die Experten.

Wir können, wie Petrus, mutig fragen: Herr, lass mich über diese Gewässer gehen, lass mich deine Macht erfahren - und ich bin sicher, dass einige gehen werden, und einige werden seine Macht erfahren.

Viele werden jedoch wie der ertrinkende Petrus sein - ich versinke! - oder wie der Rest der Jünger, die sich ängstlich an das umhergeworfene Boot klammern.

„Herr, rette uns!“ - Lassen Sie uns diese Worte beten - sei es mit Zuversicht oder in Panik.

Ich glaube, dass er die Hand ausstreckt, sich an uns festhält und mit uns in diese Zeit des Hin- und Hergerissen-Werdens steigt!

In Christus,
Horst Müller, Bischof, im Namen des Kirchenrates von NELCSA
(vgl. www.nelcsa.net

Nach oben

Informationen aus Südafrika

Die Outreach-Foundation in Hillbrow (Johannesburg/Südafrika) musste ihre Aktivitäten bis auf weiteres einstellen.

Infos zum Projekt - Webseite des Projekts

Nach oben

ELM-Jahresempfang 2020 - „Meine Tür tat ich dem Fremden auf“

Anlässlich des ELM-Jahresempfangs berichtete Elke Carrihill über ihre Kindheit im Apartheidsystem Südafrikas und einer Begegnung, die prägte, wie sie heute das Leben sieht.

„Als weißes, privilegiertes Kind wuchs ich in einem System auf, in dem die Türen für mich weit offen standen – doch für die meisten anderen waren diese  Türen verschlossen:

Die Tür zum Supermarkt - mir stand sie offen, meine Mitbürger*innen mussten durch die Seitentüren gehen. Es gab Eingänge für Weiße und für Schwarze.

Die Türen zur Bildung standen für mich ebenfalls weit offen – für meine schwarzen Mitbürger*innen waren dieselben Türen verschlossen. Ihre Bildung fand in den Townships statt, wo ich nie hinkam,  in überfüllten Schulen.

Ich wuchs in einem Haus auf, in dem ich ein- und ausgehen konnte, wie ich wollte  –  für Mavis, unsere Hausangestellte, gab es die Küchentür um ein- und auszugehen. Die anderen Türen öffnete sie   eigentlich nur um zu putzen und aufzuräumen.  In unserer Küche gab es Schränke für Geschirr, Besteck, Töpfe und Schüsseln. Und dann gab es eine Tür, wenn man die öffnete fand man dort ein paar ramponierte Teller und  angeschlagene Tassen, das war das Geschirr für Mavis – getrennt von unserem.

In einer solchen Welt habe ich gelebt. Und diese Welt hat mich geprägt: das Leben war getrennt, getrennt: nach Hautfarbe und durch offenen und verschlossene Türen. Einige davon waren sichtbar, andere unsichtbar.

Mavis war da um zu putzen, zu kochen und aufzuräumen. Viel mehr wusste ich nicht über ihr Leben. Nur dass sie schwarz war und ich weiß. Sie kannte unsere Welt, wenn auch nur als Beobachterin. Von ihrer Welt wusste ich nichts. Die Tür zu ihrem Leben war verschlossen. Als junges Mädchen wäre ich auch nicht auf die Idee gekommen, diese Tür zu öffnen. Wieso auch? Mir ginge es ja gut in meiner Welt. Ihre Welt war mir  fremd.

Und dann macht manchmal das Leben die Türen auf – und wir müssen dann schauen, ob wir durch diese Türen gehen. Als ich 13 Jahre alt war, wurde mir so eine Tür geöffnet, die mein Leben für immer veränderte. Mein Leben, meine Welt änderte sich, genauso wie mein Blick auf „das Andere“.

Dabei habe ich nichts dafür getan, dass sich die Tür öffnete. Ich ging in Hermannsburg  (SA) auf eine deutsche Privatschule und als ich nach den Sommerferien ins Internat zurückkam, ging ich auf mein Zimmer und auf dem freien Bett saß meine neue Zimmerpartnerin. Phelisiwe – ein Zulu-Mädchen. Und obwohl ich aus einem sehr liberal denkenden Elternhaus kam war diese Begegnung erst einmal fremd. Ich kannte schwarze Menschen nur putzend und andere Hausarbeiten verrichtend. Und jetzt?

Im selben Zimmer schlafen, wie ein schwarzes Mädchen? Ein Bad und eine Dusche teilen? Am gleichen Tisch essen und Messer und Gabel teilen? Im gleichen Klassenzimmer sitzen?

Meine Welt wurde auf den Kopf gestellt. Es war als ob sich alle Türen gleichzeitig öffneten.  Zunächst habe ich viel beobachtet. Aber das Geschenk, das ich erhielt war, dass ich dieser Situation nicht ausweichen konnte – ich musste da durch! Eine Verwandlung, ein Prozess, der mir als 13jährigem Mädchen gar nicht so bewusst war.  

Wenn ich heute auf diese Zeit zurückblicke, merke ich, wie sehr diese Begegnung mein Leben und mich geprägt hat. Phelisiwe  wurde meine Freundin. Und wie 13jährige Mädels es nun mal tun, tauschten wir uns aus und teilten unser Leben. Liebe, Jungs, Mode, Schule, blöde Lehrer. Alles wurde abends vor dem Schlafengehen besprochen und geteilt. So öffnete sich eine Tür, nicht nur äußerlich, sondern es öffnete sich eine Tür ins Innere meines Lebens. Hinter der Hautfarbe gab es ein Gesicht – ein Mädchen wie mich.

Mit dreizehn geht man vielleicht unbefangener auf so eine Begegnung zu als mit 30, 40 oder 80 Jahren. Im Rückblick habe ich gelernt, wie wichtig diese Begegnung für mich war. Als 13jährige habe ich darüber nicht so viel nachgedacht aber jetzt merke ich wie stark sich mein Leben durch diese Begegnung verändert hat. Genau genommen blieb mein Leben mehr oder weniger gleich, was sich verändert hat ist, wie ich das Leben sehe und dieses Leben lebe.  Das hat sich verändert.

Ich habe gelernt, dass ich keine Angst haben muss vor dem anderen. Ich habe gelernt, dass ich gelassen auf den anderen zugehen kann, weil er/sie wie ich ein Mensch ist. Ich habe gelernt, dass sich viel tun kann, wenn Menschen sich begegnen. Wenn wir uns trauen, durch die verschlossenen Türen zu gehen, die  oftmals durch Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur verschlossen sind, dann verändert sich etwas! Wenn wir uns als Männer und Frauen, Kinder und Erwachsene, als Menschen begegnen dann wird das Fremde vertraut und manchmal wird auch das Vertraute fremd.

Ich glaube, die Begegnung mit Phelisiwe mit 13 Jahren hat die Weichen in meinem Leben neu gestellt. Und nicht nur in meinem Leben: auch im Leben meines Umfeldes, meiner Freunde, meiner Familie. Es hat sie alle positiv verändert.

Wir leben in Zeiten wo wir an allen Orten den Welt  Fremden begegnen. Ich denke an die vielen Migranten und  Flüchtlinge, hier und in Südafrika,  Menschen aus anderen Kulturen und Religionen, mit unterschiedlichen Hautfarben und unterschiedlichen Muttersprachen .

Globale Welt. Die Welt öffnet Grenzen. Unsere Herausforderung besteht darin, die inneren Türen zu öffnen. Damit – und das glaube ich fest – bauen wir Vorurteile und Ängste ab. Mithilfe der modernen Medien wird uns das nicht gelingen, dafür braucht es uns Menschen. Und wer könnte das besser als wir Menschen, die an Jesus Christus glauben, der von sich selbst sagt: „ Ich bin die Tür“. Jesus  hat immer wieder Türen geöffnet für Menschen in die Gesellschaft und in die Begegnung hinein.

Meine Tür tat ich dem Fremden auf.

Ich wünsche uns eine Welt, wo wir nicht nur die Tür zur Kirche, zum Land und zur Gesellschaft öffnen, sondern auch die Tür zu unserem Inneren. Zum Teilen von Freud und Leid, Familie und Freundschaft. Türen zum Mensch sein.“  

ELM Aktuell

Nach oben

Projekt

Nach oben

Nach oben

Ludwig- Harms-Haus

Nach oben

Fachhochschule

ELM Service