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Gedenken an Opfer des Nationalsozialismus

Am 9. April 2021 wurde im Staatlichen Historischen Museum in Omsk die Ausstellung "Christliche Märtyrer - Opfer des Nationalsozialismus" eröffnet.

Die Ausstellung, die vom 13. April bis zum 12. Mai 2021 zu sehen ist, ist den Menschen gewidmet, die im Kampf gegen die Ideologie des Nationalsozialismus in Deutschland gestorben sind. Dazu gehörten Dietrich Bonhoeffer, Titus Brandsma, Friedrich Weißler, Helmut Hesse, Jochen Klepper, Bernhard Lichtenberg, Alexander Schmorell, Paul Schneider, Karl Stellbrink, Rudolf Stempel und Hermann Stehr. Diese Menschen gehörten verschiedenen Kirchen an, waren aber in ihren christlichen Werte und ihren Mut, sich für ihre Freiheitsideale zu opfern, vereint.

Die Besucher lernen sowohl die Biographien der Helden in der Ausstellung kennen als auch die Bücher, die sie gelesen haben und die Hauptquelle der Lebenseinstellung und Selbstlosigkeit der Protagonisten der Ausstellung waren.

Der Eröffnungstag der Ausstellung wurde nicht zufällig gewählt. Am 9. April 1945 starb der prominente deutsche lutherische Pastor und Theologe Dietrich Bonhoeffer.

Die Grußansprachen wurden gehalten von der stellvertretenden Kulturministerin der Region Omsk Swetlana Bakulina, dem Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche Ural, Sibirien und Ferner Osten (ELKUSFO) Alexander Scheiermann, dem Direktor des Staatlichen Museums für Geschichte und regionale Überlieferung in Omsk Peter Wiebe, dem Dekan des Dekanats Omsk der römisch-katholischen Kirche Pater Gregory Fedoseev und von dem Vorsitzenden der regionalen nationalen Kulturautonomie Victor Eichwald.

An der Veranstaltung nahm auch der Generalkonsul der Bundesrepublik Deutschland, Bernd Finke, teil. Er wies auf den Beitrag der UdSSR zum Kampf gegen den Faschismus hin, auf die Notwendigkeit, den Frieden und den Respekt für alle Menschen zu bewahren, unabhängig von Glauben, Weltanschauung oder Rasse.

Zum Abschluss der Veranstaltung hörten die Gäste des Museums Auszüge aus den Briefen von D. Bonhoeffer und Psalm 22 in deutscher und russischer Sprache.

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Transformatives Lernen als Bereicherung für ein neues Missionsverständnis

In einem inspirierenden Vortrag vor Kolleg*innen der Abteilung Internationale kirchliche Zusammenarbeit hat Bradn Buerkle, Leiter eines Fortbildungsprojektes für Gemeindeleitende der ganzen russischen Föderation, uns mitgenommen auf eine Bildungs-Reise, die seine persönlichen Erlebnisse mit einer bestimmten Art des Lernens und Lehrens mit seinem Verständnis von Mission verbindet. Wir möchten Ihnen seinen Vortrag an dieser Stelle leicht gekürzt und in Übersetzung aus dem Englischen zur Verfügung stellen. (mehr ...)

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Corona Upate Russland | Juli 2020

Russland begann später als fast jedes andere Land in Europa auf das Coronavirus zu reagieren. Von Anfang an hat ein Mangel an persönlicher Erfahrung mit COVID19 in Verbindung mit Misstrauen gegenüber den Behörden dazu geführt, dass viele Menschen die Empfehlungen zur öffentlichen Sicherheit ignorierten... . Mehr.

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Projekt Bunter Planet und Istok, Sibirien, 2.04.2020

Zum Projekt Bunter Planet in Schelechow:
Wie ich schon schrieb, sind die Kinder und jungen Erwachsenen sind Hause und machen fleißig ihre Quilling-Aufgaben. Sie werden von uns per Telefon beraten und begleitet. Das funktioniert ganz gut. 
Alle sind sehr motiviert und bereiten ihre Arbeiten für die nächste Ausstellung in der Stadt vor. Aber die Gemeinschaft miteinander fehlt ihnen allen. Unser Club ist für sie ein Ort, wo sie immer willkommen sind, wo sie als ganz normale Menschen (was sie sind!!!) wahrgenommen werden, wo sie miteinander feiern, sich freuen oder trauern dürfen.

Kolja zum Beispiel ist ein kräftiger junger Mann. Sehr begabt, praktisch, im Sport. Er wohnt mit seiner Mutter in ihrem eigenen Haus. Er hat natürlich viel zu tun. Er muss und will seiner Mutter am Haus und Hof helfen und muss nicht den ganzen Tag in seinem Zimmer bleiben. Er versteht und sieht, dass er für andere Menschen sehr wichtig ist und ihnen helfen darf. Er wird hoffe ich die Zeit der Quarantäne gut verkraften.

Vitja, ein kleiner junger Mann mit Down-Syndrom, wohnt mit seiner Mutter in einer kleinen Wohnung. Er kann seiner Mutter nicht viel helfen. Wenn seine Mutter arbeitet, ist er allein zu Hause. Seine Mutter macht sehr viel für ihn. Sie ist für ihn immer da, hilft ihm in seinen Aufgaben. Aber er bleibt für diese Zeit zu Hause eingesperrt. Vitja ist die Person, die immer sehr gern kommt und, wenn das Treffen schon zu Ende ist, nicht gehen will. Das ist auch typisch für alle Kinder. Jedes Treffen ist bei uns immer ein Fest. Man findet immer einen Grund zum Feiern: Geburtstag, Geburtstag eines Elternteils, Geburtstag einer Großmutter, einer Cousine – Hauptsache man verbringt miteinander noch eine Stunde und muss nicht nach Hause gehen und alleine sein!

In der Wohngruppe in Istok ist die Situation viel schwieriger und ernster. Die jungen Männer mit Behinderungen können einfach nicht nach Hause. 
Dima zum Beispiel ist sehr aktiv. Er hilft gern auf dem Bauernhof, leidet aber an Epilepsie. Er wohnte mit seiner Mutter, aber die Familie ist so arm, dass seine Mutter zwei Arbeitsstellen als Putzfrau annehmen musste. Ihn allein zu Hause zu lassen, wäre für ihn lebensgefährlich. Also er bleibt auf jeden Fall in der Wohngruppe.

Artem dagegen hätte gut nach Hause gehen können, wenn er ein Zuhause hätte. Seine Mutter ist sehr alt und wohnt mit ihrem zweiten Sohn, der im Rollstuhl sitzt und ein Suchtproblem hat, zusammen. Aus diesem Grund bleibt Artem auch in Istok, wo er besser aufgehoben ist.

Durch unsere Unterstützung geht es ihnen schon ein bisschen besser. Die Kuh hat endlich gekalbt, so dass es bald wieder genug Milch geben wird. 
Die Kreisverwaltung fragte zunächst, ob sie etwas brauchen, in der Annahme, dass sie eine staatliche Einrichtung sind. Da die Wohngruppe in Istok aber nicht staatlich getragen ist, hieß es dann: „Tut uns leid, wir können für sie nichts tun“. Zumindest kann man davon ausgehen, dass die staatlichen Heime versorgt werden.

Unser Staat hat eine Internet-Plattform „Staatliche Dienste“ (Gosuslugi). Vor einigen Tagen habe ich von dort eine Mail bekommen: In der Situation mit Corona-Virus werden freiwillige Helfer gesucht und eingeladen mitzumachen. Jeder im Alter zwischen 18 und 50, ohne Fieber und Erkältungssymptome, der Zeit hat, ist eingeladen, freiwillig zu helfen. Wer bereit, ist sein Auto zur Verfügung zu stellen, kann zum Beispiel ältere Menschen mit Lebensmittel versorgen. Die nur Zeit und ein Handy haben, können mit  einsamen Menschen einfach sprechen ... Ich finde diese Initiative toll.

So viel über uns. Liebe Grüße aus Schelechow und bleibt bitte alle gesund!
Anastassia Razinkowa, ELKUSFO, Region Irkutsk 

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Grüße aus Wladiwostok, 1.04.2020

Konstantin Pawlenko aus dem Kirchenvorstand in Wladiwostok schreibt, dass ihm der Kontakt zu Partnern im Ausland sehr wichtig ist: „Die COVID-19-Pandemie trifft alle Menschen weltweit und unser Handwerkszeug, gemeinsames Gebet und Gemeinschaft spielen eine große Rolle bei der Überwindung dieser Krise. Es ist für mich sehr wichtig, mit Ihnen in Kontakt zu bleiben; gemeinsam können wir viel schaffen!“

Auch in Wladiwostok gilt die Ausgangssperre vom 28.03.2020 bis zum 05.04.2020. In der Gemeinde wurden zwei Chats eingerichtet, in denen zum Beispiel die Predigttexte für den kommenden Sonntag sowie die Ansprachen von Geistlichen der Evangelischen Kirche in Russland, inklusive der Ansprache von Erzbischof Dietrich Brauer, veröffentlicht werden. 

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Grüße aus Sibirien - bis 26.03.2020

25.03.2020 Ekaterina Stetsenko, Ussurirsk, Region Ferner Osten

… Ich bin sehr berührt, dass man uns im fernen Deutschland kennt und an uns denkt. Unsere Region hat diese ernste Prüfung Gott sei Dank noch nicht erreicht. Aber die notwendigen Maßnahmen werden ergriffen: Öffentliche Veranstaltungen sind verboten, ebenso wie z. B. Sportwettkämpfe. Museen, Theater, Kinos, Nachtclubs sind geschlossen; Bildungseinrichtungen werden auf Fernunterricht umgestellt.

Heute versammelte der Bürgermeister unserer Gemeinde die Leiter*innen der religiösen Organisationen und bat sie, alle möglichen Maßnahmen zu ergreifen, um die Ausbreitung der Infektion zu verhindern.

Unsere Gemeinde in der Stadt Ussurijsk in der Primorski-Region ist klein.  Wir halten weiter Gottesdienste und haben einen Gemeinde-Chatroom auf Instagram, wo ich alle nützlichen und interessanten Informationen für unsere Gemeinde veröffentliche. Wir haben keinen Pastor und sind darum Bradn Buerkle sehr dankbar für seine Predigten und Impulse, die wir regelmäßig nutzen.

Mir gefiel die Idee, zu einer bestimmten Zeit eine Andacht oder ein Gebet zu lesen, wir werden es unbedingt in der Gemeinde machen.

Mit Wünschen von Frieden, alles Gute und Gottes Segen
Ekaterina Stetsenko

 

26.03.2020 Victor Subkow, Sekretär und Übersetzer im Kirchenbüro ELKUSFO, Omsk

… Die nächste Woche, also vom 28.3.-5.4.2020, hat Präsident Putin als arbeitsfrei erklärt mit 100% Gehalt für alle Arbeitnehmer*innen. Wir müssen also alle zu Hause bleiben und Veranstaltungen und Termine aussetzen. Wir nehmen an, das wird auch streng kontrolliert. Die Regierung droht mit hohen Geldstrafen und sogar mit Gefängnis denen, die diese Vorschriften nicht halten. Ab jetzt sind alle Unterhaltungsangebote (Cafés, Kinos, Theater etc.) geschlossen, wie auch alle anderen öffentlichen Stellen.

Wie wir verstehen, gilt das auch uns als Kirche. Wir empfehlen allen unseren Gemeinden ihre Gottesdienste auszusetzen. Wie diese Woche bei uns aussehen wird, berichte ich Euch später. Wir hoffen sehr, dass diese Maßnahmen helfen, die Erkrankungswelle aufzuhalten …

 

26.03.2020, Anastassia Razinkowa, ELKUSFO, Region Irkutsk

… glücklicherweise haben wir noch keine so kritische Situation wie in Europa. Aber alles kann passieren. Nächste Woche werden wir alle zu Hause bleiben. Gott helfe, dass all diese Maßnahmen greifen und der Virus uns nicht erreicht. Bis jetzt gibt es in unserer Region keine Infizierten; in Moskau aber bereits viele ...

Natürlich haben wir darüber nachgedacht, was wir tun werden, wenn alle in strenge Quarantäne gehen. Gott sei Dank haben wir Internet! Schulen und Universitäten in Russland stellen auf Fernunterricht um - auch die Kirche kann diese Möglichkeiten nutzen.

Soja Heinze und ich haben bereits eine Chatgruppe eingerichtet, um uns mit unseren Mitarbeitenden auszutauschen. Für das Projekt „Bunter Planet“ bereiten wir Materialien vor und sie werden zu Hause damit arbeiten. Wenn erforderlich, werden wir sie online beraten.

Mit den Pfadfinder*innen haben wir unseren eigenen Chat. Gerade machen wir mit ihnen einen Online-Quest (NB: eine Art Such-/Frage-Antwort-Spiel): alle drei Tage kommen neue  Aufgaben hinzu. Für erledigte Aufgaben bekommt man Punkte. Wer am meisten hat, gewinnt. Das Spiel geht bis zum 9. Mai.

Die Gemeinde in Schelechow hat auch einen Chat, und wir veröffentlichen dort Predigten, Videos, interessante Gedanken und Lieder.

Das einzige Problem ist Istok. Dort gibt es kein Internet und keine Verbindung. Noch fahre ich aber dort regelmäßig hin. Ich bringe ihnen Lebensmittel mit. Ihre Kuh dort gibt keine Milch mehr, die Kinder haben sich aber an die tägliche Portion Milch gewöhnt. Also müssen wir sie kaufen. Solange es die Möglichkeit besteht, werde ich dorthin fahren. 

Wir hoffen, dass unsere Freizeiten im Sommer stattfinden können, und jetzt ist ein sehr guter Zeitpunkt, um uns hinzusetzen und sie vorzubereiten.

Wir beten für euch und für die ganze Welt, dass Gott uns vor dieser Krankheit schützt.

Herzliche Grüße an alle
Nastja 

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