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Museumsleitung aus der Ferne - Leben im Ziegenbalg-Haus (Tharangambadi/Indien)

ELM-Mitarbeiterin Jasmin Eppert bat die Mitarbeiter*innen des Ziegenbalg-Hauses - Kirubarani, Violet Jayakumari, Dayana Jennipher und Vinothkumar N. -, ihre Erfahrungen während der Corona-Einschränkungen zu schildern:

Gegenwärtig ist das Museum für Interkulturellen Dialog geschlossen. Ausnahmen gibt es nur für besondere Anlässe wie die Feierlichkeiten zum Ankunftstag von Ziegenbalg und Plütschau am 9. Juli. Der örtliche Pastor Pfarrer Samson Moses hielt seine Predigt vor dem originalen Taufbecken, in dem Ziegenbalg 1683 in der sächsischen Pulsnitz getauft wurde (zu finden auf Youtube)..
Gemeinsam mit dem ELM und der Kirchenverwaltung der Ev.-luth. Tamilkirche arbeiten wir an einer Strategie, das Museum wieder zu öffnen, sobald es der Kontext erlaubt. Der Mangel an Einnahmen durch den Verkauf von Eintrittskarten, Büchern und täglichen Spenden ist ein großes Problem. Glücklicherweise erlauben die Ersparnisse die weitere Zahlung von Gehältern. Gegenwärtig kümmern sich Kiruba, Violet und Dayana um die Instandhaltung der Ausstellung. Bei einer Videokonferenz kommen wir wöchentlich mit Vinothzusammen , um die nächsten Schritte zu besprechen. Gegenwärtig digitalisieren wir unser Inventarverzeichnis.

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Kiruba: „Ich vermisse euch alle!“

„Hallo, ich bin Kirubarani. In dieser Coronazeit erledigte ich meine täglichen Routinearbeiten: Ich schlief, aß, spielte mit Kindern, plauderte mit Freund*innen, hörte Lieder, sah Filme und versuchte, eine Sprache zu lernen. Manchmal ging ich ins Ziegenbalg-Museum und traf meine Kollegin. Zu dieser Zeit fühlte ich mich glücklich und erholte mich. Ich vermisse mein Museum, meine Chefin, meine Kolleg*innen, meine Besucher*innen und auch die historischen Führungen durch die wichtigen Orte in Tharangambadi. Ich gehe nicht nach draußen, wegen Corona. In der letzten Woche musste ich umziehen; also hatte ich hier viel zu tun, aber jetzt bin ich frei und fühle mich besser. In dieser Coronazeit habe ich versucht, zu Hause zu kochen. Ich fühle mich glücklich, eine interessante Erfahrung für mich. Auch im vergangenen Monat waren Corona-Ferien, so dass ich und meine Straßenkinder am Strand spielen konnten. Und die zwei Wochen davor war ich im Krankenhaus, wo ich mich gelangweilt habe. Aber jetzt bin ich frei und glücklich. Noch einmal: Ich vermisse euch alle.“

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Violet: „Ich werde für Sie beten.“

„Ich bin Violet Jayakumari. Mir geht's gut. Hier meine Corona-Erfahrungen: So kann ich mich nicht mit anderen zusammen treffen, auch nicht mit den Museumsmitarbeitenden, Jasmin und Vinoth. Ich bin glücklich, im Museum zu arbeiten und vermisse es darum gerade sehr. Ich sehne mich danach, sie zu sehen. Mein Mann und meine beiden Söhne grüßen Sie. Ich werde für Sie beten.“

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Dayana: „Ich danke Ihnen!“

„Ich bin Dayana Jennipher. Ich vermisse das Ziegenbalg-Haus. Jeden Tag habe ich die unterschiedlichsten Menschen getroffen. So habe ich immer etwas gelernt und neue Erfahrungen im Museum gemacht. Ich vermisse es wirklich, und auch „meine liebe große Schwester“ Jasmin, meine Chefin, und „meine großen Bruder“ Vinoth. Heute bleibe ich sicher zu Hause bei meiner Familie. Wir arbeiten gemeinsam im Garten, erledigen Schneiderei-Arbeiten und ab und zu auch Perlenschmuck. Ich habe es einfach genossen, zu Hause zu sein und das Museum zu besuchen. Das fortlaufende Gehalt ist für unsere Familie sehr hilfreich. Ich bete für alle. Ich hoffe, dass wir uns so bald wie möglich im Museum treffen. Ich danke Ihnen.“

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Vinothkumar: „Das Ziegenbalg-Haus – nicht nur Arbeitsplatz, sondern auch Familie.“

„Ich bin Vinothkumar N.. Zurzeit bin ich in meiner Heimatstadt Coimbatore. Das Ziegenbalg-Haus ist ein sehr schöner Ort. Von überall auf der Welt kamen Einheimische, Gemeindemitglieder und andere Menschen ins Museum. Sie verehren die Leistungen von Bartholomäus Ziegenbalg – er war inspirierend und motivierend für alle. Jeden Tag traf ich Besucher*innen und machte viele Erfahrungen. Ich vermisse meine Kolleg*innen und die Führung der täglichen Besucher*innen. sehr. Und ich vermisse die ,Familie' des Hauses Ziegenbalg, denn das Museum ist für mich nicht nur Arbeitsplatz, sondern auch ein familiärer Ort.

Ich vermisse auch das Kaffeehaus in Tharangambadi, und jeden Abend war ich mit Jasmin am Strand spazieren. Ich vermisse die frische sauerstoffreiche Luft. Jeden Montagabend verbrachte ich Zeit an der Steinbank am Strand, und fotografierte mit dem Handy. Das alles vermisse ich wegen COVID-19.

Hier in Coimbatore verbringe ich Zeit mit meiner Familie und helfe bei den Hausarbeiten, wie z. B. beim Putzen. In der Quarantänezeit verteilte unser Gemeindepfarrer Lebensmittel. Ich half ihm dabei. In der Zeit der Quarantäne spielte ich mit den Kindern meiner Cousine. Ich fing wieder an, mit dem Handy zu fotografieren und teilte sie auf meiner Facebook-Seite und in sozialen Medien.
Vor einigen Monaten hatte die Regierung eine strikte ,Zuhause bleiben und sicher sein'-Regel angeordnet. Unnötige Besuche sollte unterlassen werden. Es handelt sich um eine strenge Ausgangssperre, und es ist uns nicht gestattet, an einen anderen Ort, in einen anderen Bezirk oder Staat zu reisen. Als die Abriegelung gelockert wurde, half ich meinem Onkel bei seiner Arbeit. Jeden Abend gehe ich mit meiner Mutter spazieren.
Lasst uns Gott bitten, das COVID-19-Virus zu stoppen.
Bald werden wir uns wieder treffen. Passen Sie auf sich auf. Vielen Dank für die wunderbaren Möglichkeiten, die Sie mir eröffnen.“

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Jasmin: „Das Museum wird weiter bestehen“

„Hallo, ich bin Jasmin Eppert, Kuratorin des Ziegenbalg-Hauses. Derzeit arbeite ich von verschiedenen Home-Offices in Deutschland aus. Nachdem die Grenzen zu Indien wegen des COVID-19-Ausbruchs im März geschlossen wurden, wurde ich von meinem Bruder und seiner Familie und dann von meiner Mutter in meiner Heimatstadt Übigau aufgenommen. Im Zuge der gegenwärtigen Corona-Entspannung in Deutschland ging ich nach Leipzig - und beginne es zu lieben.

Das Museum aus der Ferne zu kuratieren ist ein seltsames Gefühl, und ich vermisse meine Kolleg*innen im Ziegenbalg-Haus schrecklich. Ich bin stolz und glücklich, dass Kiruba, Violet und Dayana sich um die Instandhaltung des Museums kümmern und dass Vinoth von Coimbatore aus koordiniert. Ich mache mir Sorgen um die Zukunft des Ziegenbalg-Hauses, das ich in den letzten vier Jahren wachsen und sich entwickeln sah.
Ich vertraue auf Gott, dass das Ziegenbalg-Haus mit der Unterstützung unserer langjährigen Partner trotz und gerade in Krisenzeiten als Museum für Interkulturellen Dialog weiter bestehen wird.“

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