Nach oben

Einsatz für Corona-Prävention: Mekane-Yesus-Kirche setzt sich ein für gefährdete Menschen

Die ELM-Partnerkirche in Äthiopien (Äthiopische Evangelische Kirche Mekane Yesus kurz: EECMY) sieht die Gefahr einer drohenden Ausbreitung von COVID-19. Das Gesundheitssystem im Land hat zwar große Schritte nach vorn gemacht, ist aber vor allem in ländlichen Regionen immer noch schwach ausgeprägt. Besonders geschlossene Einrichtungen wie Gefängnisse bergen eine hohe Gefahr, sich mit dem Corona-Virus zu infizieren. Dazu kommt, dass Menschen in Gefängnissen oftmals leichter erkranken und einen schlechteren Gesundheitszustand als die Allgemeinbevölkerung haben. Sie gehören oft zu Risikogruppen. Viele rauchen, die Hygiene ist oft mangelhaft und der durch die Enge hervorgerufene Stress schwächt die Immunabwehr. Häufig leiden Gefangene in Äthiopien an Vorerkrankungen wie Tuberkulose und Folgeschäden des Drogenkonsums.

Erste Hilfsmaßnahmen in zwei großen Gefängnissen sind bereits angelaufen: In den Gefängnissen in Ambo und Adama (beide in der Region Oromia) werden von der EEMCY Materialien zur Infektionsprävention und persönliche Schutzausrüstung bereitgestellt: 4.000 Seifenstücke, Desinfektionsmittel, Handschuhe und Masken sowie zusätzliche mobile Waschbecken. Diese Maßnahmen der EECMY werden mit Spenden des ELM finanziert. Für 55,00 Euro können zum Beispiel 100 Stück Seife zu den Gefangenen gebracht werden. Das reicht für die Gefangenen in einer typischen überfüllten Gefängniszelle.

Zembaba D. arbeitet im Ambo-Gefängnis als diensthabender Gefängniswärter und begrüßt die Maßnahmen der Mekane-Yesus-Kirche: „Zunächst möchte ich mich bei der Mekane-Yesus-Kirche bedanken. Wir waschen uns so oft wie möglich die Hände, um uns zu schützen.“ Gleichzeitig sieht er aber bei aller Dankbarkeit das Problem der fehlenden Möglichkeit, sich räumlich zu distanzieren: „Es gibt keine soziale Distanz zwischen uns hier im Ambo-Gefängnis. Hier leben 70 bis 100 Gefangene in einem Raum. Es ist schier unmöglich, dass wir die Pandemie verhindern können, wenn so viele Insassen in einem Raum leben.“ Deshalb fordert er eine politische Lösung des Problems. „Die Regierung sollte eine Lösung finden, denn die Pandemie braucht soziale Distanz. Wir sind einfach zu viele Menschen auf zu engem Raum. Die Menschen, die entlassen werden, sind Kurzzeithäftlinge mit Haftstrafen bis zu zwei Jahren, aber es gibt auch Gefangene mit Haftstrafen von sieben oder mehr Jahren, die noch nicht entlassen wurden.“

Auch Markos O., der in Ambo inhaftiert ist, sieht in den Hygienepaketen eine Voraussetzung für die Gesunderhaltung der Inhaftierten: „Ich möchte der EECMY im Namen aller Gefangenen für diese Geschenke danken. Wir versuchen, unsere persönliche Hygiene aufrecht zu erhalten, nachdem wir von der Pandemie erfahren und die dafür nötigen Desinfektionsmittel, Seifen und Masken bekommen haben. Und wir achten sehr auf Sauberkeit.“ 

Aber auch er fordert weitergehende Maßnahmen. Die EECMY sieht im Umgang mit Menschen in Gefängnissen den Bedarf eines regierungsweiten und gesamtgesellschaftlichen Ansatzes. Es gelte, die Einschleppung des Erregers zu verhindern, die Ausbreitung innerhalb des Gefängnisses zu begrenzen und die Möglichkeit einer Ausbreitung aus dem Gefängnis in die Außenwelt zu verringern.

Neben ganz konkreter Hilfe setzt die EECMY im ersten Schritt vor allem auf Aufklärungsarbeit. Das bedarf bei Gefangenen, die durch die Haft bereits mit vielen Einschränkungen ihrer persönlichen Freiheit leben müssen, einer hohen Sensibilität. Denn sie reagieren auf weitere restriktive Maßnahmen eher mit deutlich mehr Unmut als Menschen, die nicht inhaftiert sind.

Mitarbeitende in Gefängnissen, zuständige Gesundheitseinrichtungen und Ehrenamtliche sollen geschult werden, geeignete Vorsorgemaßnahmen zu treffen und zu kommunizieren, ohne Angst oder Panik zu verbreiten. Außerdem müssen sie auf Krankheitsfälle angemessen reagieren können. Dabei kann die Partnerkirche auf gute Erfahrungen mit Projekten zu Aufklärung und Konfliktbewältigung zurückgreifen.

Nach oben

Nach oben

„Kirche sein“ in Zeiten von COVID-19, Botschaft aus Äthiopien 23.03.2020, 10:07 Uhr

Botschaft des Präsidenten der äthiopischen evangelischen Kirche Mekane Yesus (EECMY)

Am Freitag, den 13. März  2020, wurde bekannt gegeben, dass der erste Corona-Fall in Äthiopien diagnostiziert wurde. Bis zu diesem Tag haben wir nur über die Medien beobachtet, mit welchen Schwierigkeiten andere Länder zu kämpfen haben. Aber seitdem wurden auch wir Teil der weltweiten Gemeinschaft, die Krieg gegen dieses ansteckende Virus führt. Die Pandemie hat unser Land erreicht. Das beschäftigt und beunruhigt uns und die Mitglieder unserer Kirche und Gemeinden.

In Zeiten wie diesen sollte unser erster Impuls sein, uns als Christen Gott im Gebet zuzuwenden und für unser Land und die ganze Welt zu fasten. Die EECMY hat bereits ein einmonatiges landesweites Gebet und Fasten angekündigt, es soll vom 9. März bis zum 8. April gehen. Das sollte fortgeführt werden mit noch größerer Beteiligung und Hingabe aber wir empfehlen, dass es jetzt von zu Hause aus stattfinden soll oder in kleinen Gruppen und nicht in großen Zusammenkünften.

Als Kirche sieht die Äthiopische Evangelische Kirche Mekane Yesus (EECMY) ihre Verantwortung, alle zu ermutigen, nach den Richtlinien zu handeln, die von den äthiopischen Gesundheitsbehörden herausgegeben wurden und den Empfehlungen zum Schutz von uns allen zu folgen.

Das sollten wir in die Tat umsetzen:

  • Soziale Distanz wahren – halten Sie einen Abstand von 1-2 Metern zu anderen Personen ein
  • Treffen nur in kleineren Gruppen von 15-20 Personen – vermeiden Sie größere Zusammenkünfte
  • Unsere Hände oft waschen und hohe Hygiene-Standards einhalten

Zusätzlich fordern wir unsere Mitglieder auf bei der Begrüßung, beim Gebet, in Bibelkreisen und häuslichen Gottesdiensten, physischen Kontakt zu vermeiden und sich in kleineren Gruppen zu treffen. Schließlich fordern wir Sie auf, für alle Ein- und Austretenden bei sich zu Hause und auf dem Kirchengelände ausreichend Wasser und Seife verfügbar zu haben.

Als Christen ist es wichtig, ein vorbildliches Leben zu führen, so können wir auch in Zeiten von Corona Kirche sein. Indem wir einander lieben und unserem Nachbarn dienen, indem wir es vermeiden, die Krankheit weiter zu verbreiten und es zu unserem größten Anliegen machen, dass es unseren Mitbürgern gut geht.

Bei all dem wollen wir auch unsere Solidarität mit der weltweiten Kirche zeigen und als Brüder und Schwestern in Christus füreinander beten, besonders für die am meisten betroffenen Länder.

Römer 12, 12 sagt: „Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet.“ Damit ermutigen wir euch alle, an der Hoffnung auf den Herrn Jesus festzuhalten und geduldig und beharrlich im Gebet zu sein, während wir weiter Kirche, geeint in Christus, sind.

In Christus
Pastor Yonas Yigezu Dibisa, EECMY-Präsident

Text im englischen Original - English version

Nach oben

ELM Aktuell

Nach oben

Projekt

Nach oben

Nach oben

Ludwig- Harms-Haus

Nach oben

Fachhochschule

ELM Service