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Sie hat geträumt und wachgeküsst

Sie hat als Referentin für internationale Ökumene und Pastorin für die Südstadtgemeinde Osnabrück und das ELM gearbeitet und kehrt im Januar in ihre Heimat Südafrika zurück: Sybil Chetty wurde am 5. Dezember in der Lutherkirche Osnabrück verabschiedet.

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In einem liebevoll gestalteten und unter Wahrung aller Coronaregeln gut besuchten Gottesdienst wurde Pastorin Sybil Chetty durch Superintendent Dr. Joachim Jeska entpflichtet und von der Gemeinde verabschiedet. In ihrer Predigt über Jesaja 25,1 übertrug sie das Lob Gottes, das Jesaja hier anstimmt, und ihren Dank für die Gelegenheit, vier Jahre in Deutschland arbeiten zu können, auf sich selbst. Ein Kindheitstraum habe sich erfüllt, den sie schon vergessen habe. „Ich habe Gottes Führung und Begleitung in meinem Leben und auch in diesen Jahren gespürt und erfahren, darum stimmt das: Er verwirklicht Pläne von Ferne, zuverlässig und sicher. Wenn ich zurückschaue, dann sehe ich, dass Gott seinen fernen Plan für mich verwirklicht hat, als er mich nach Deutschland schickte.“

Schon als kleines Mädchen wollte Sybill an einer Brieffreundschaft mit deutschen Paten teilnehmen, jedoch wurde ihre älteste Schwester für das Programm ausgewählt. Später wünschte sich Sybil eine eigene Wohnung, Freiraum für sich. Utopisch als 20-Jährige, die sich um ihre Mutter kümmern musste. Sybil Chetty erzählte, dass sie diese Träume vergessen habe, doch Gott habe sie nicht vergessen. Sie kam nach Deutschland, hatte eine schöne Wohnung für sich, und fand in ihren Vermietern Pateneltern, die sie begleiteten und zu wichtigen Bezugspersonen wurden. Sybil lobte in ihrer Predigt Gottes Treue, die sie auch in schwierigen Zeiten habe erfahren dürfen. So zum Beispiel, als sie in eine Depression gerutscht sei, weil sie ihren Mann und ihre zwei Kinder in Südafrika stark vermisst habe. „Es fühlte sich an, als würden die Wände meiner Wohnung mich erdrücken.“ Der langersehnte Besuch ihrer Familie löste diese dunklen Wolken auf.

Überhaupt konnte der Weg nur gegangen werden, weil Pastorin Renate Jacob und andere Gemeindeglieder den Weg mitgegangen sind und für Pastorin Chetty da waren. So ist es gelungen, ihr einen Einblick in das Leben der deutschen Kirche und Gemeinde zu geben.

Auf Ihre authentische Predigt nahm Oberkirchenrat Dirk Stelter in seinem Grußwort für die Landeskirche Bezug. „In Ihrer Art, den Glauben persönlich zu bezeugen, sind Sie uns Vorbild geworden, und wir sind Ihnen sehr dankbar für Ihren Dienst in unserer Landeskirche.“ ELM-Direktor Michael Thiel schloss sich dem Dank an. „Pastorin Chetty hat als Referentin für Internationale Ökumene und Pastorin für die Südstadtgemeinde und für das ELM gearbeitet. Sie war Mitglied im Bewilligungsausschuss und ist auch als Referentin mit und für das ELM unterwegs gewesen. Das ist eine seltene Gelegenheit mit einer Mitarbeiterin aus dem globalen Süden so lange Zeit vertrauensvoll zusammen zu arbeiten. Wir sind für diesen Dienst sehr dankbar“, so Thiel.

Der stellvertretende Superintendent und Leiter der Partnerschaftsarbeit im Kirchenkreis, Guido Schwegmann-Beisel, und seine Frau Maria Beisel überreichten Sybil Chetty als Dank eine kleine Handpuppe, die sich von einem Frosch in einen Prinzen verwandeln lässt. Dazu führte Pastorin Beisel mit einem Schmunzeln aus: „Du hast uns wachgeküsst.“

Einen Traum für ihre Zeit in Deutschland hat Sybil noch: Weiße Weihnachten! Wer weiß, vielleicht wird dieser noch erfüllt.

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Am Ende des Gottesdienstes stimmte Chetty dann auch noch ein Loblied an und sang am Altar stehend ein Lied, dass die versammelte Gemeinde bewegte.

Verena Berndt/Michael Thiel/red

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