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Es gibt nichts Gutes, außer man tut es …

das bewiesen die Ehrenamtlichen mit großem Erfolg im Umfeld des Hermannsburger Missionsbasares, der im vergangenen Jahr wegen der Corona-Pandemie ausfallen musste.

Nachdem coronabedingt im vergangenen Jahr keine ELM-Großveranstaltungen wie Missionsfest und Basar sattfinden konnten und auch ein neues geplantes Format eines Missionsflohmarktes auf Eis gelegt werden musste, überlegten sich Ehrenamtliche aus dem Umfeld des Basares, wie sie dennoch mit ihren Gaben für unser Missionswerk dienstbar sein könnten.
So arbeiteten viele in ihren Kreisen weiter und stellten Hand- und Bastelarbeiten her, in besonderem Maße Stoffmasken. Auch Lukullisches, ob süß oder herzhaft, wurde das ganze Jahr über produziert und man nahm weiterhin Sachspenden im Bereich Trödel und Flohmarkt entgegen.
Ganz viel Kreativität und Engagement wurde dann an den Tag gelegt, um die Waren auch ohne Basar oder Flohmarkt verkaufen zu können. Da wurden private Kontakte genutzt, um Erzeugnisse anzubieten, ein Verkaufsstand vor der Haustür eingerichtet, Tresenbereiche in Büros und Foyers gestaltet oder Gewerbetreibende angesprochen, Waren in ihrem Geschäft mit ins Angebot zu nehmen oder dort vertreiben zu dürfen.
Diese Aktion, das komplette Jahr 2020 durchlaufend, war von großem Erfolg gekrönt. Auch Dank der Aufstockung durch die Hannoversche Landeskirche, ergab es am Ende des Jahres ein Gesamtergebnis von mehr als 11.400 Euro für die Coronahilfen des ELM, zugunsten von entsprechenden Projekten in den Partnerkirchen.
Wie geht es nun in diesem Jahr weiter? Auch 2021 bleiben viele Ehrenamtliche für die gute Sache des ELM aktiv und ansprechbar. Sie stricken, häkeln, basteln, nähen, kochen, backen und verkaufen weiter. Höhepunkt war dabei bisher der zweitägige Edeltrödelflohmarkt, den eine engagierte Frauengruppe am 03./04.07.21 im Ludwig-Harms-Haus mit großem Erfolg organisiert hatte. Realistisches Ziel ist dabei, das Gesamtergebnis des vergangenen Jahres noch zu steigern. Dafür können noch viele ihren Beitrag leisten, als Helfende, Unterstützende und Kaufende. Hier frei nach dem Motto von Erich Kästner: „Es gibt nichts Gutes, außer: Man tut es.“
Horst Hinken

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Verflochtene Geschichte von Kolonialismus und Mission

20. Ludwig-Harms-Symposium auf der Suche nach neuer Perspektive für die Auseinandersetzung mit grundlegenden Themen der Missionsgeschichte.

Ende Mai 2021 hatten die Fachhochschule für Interkulturelle Theologie Hermannsburg (FIT) und das Ev.-luth. Missionswerk in Niedersachsen (ELM) über das Ludwig-Harms-Kuratorium zum 20. Ludwig-Harms-Symposium eingeladen. 11 Vortragende aus Norwegen, Großbritannien, Fidschi, Deutschland und der Schweiz referierten via ZOOM über verschiedene Beispiele und Aus-prägungen der Verflechtungen von Kolonialismus und Missionin Indonesien, Afrika und Indien. Im Zentrum der Vorträge und anregenden Diskussionen der rund 80 registrierten Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus etwa 40 Nationen stand der Versuch, neue Perspektiven auf grundlegende Themen der Missions-geschichte und ihre sozialen, religiösen, weltanschaulichen und politisch-historischen Kontexte aufzuzeigen.

Hierzu Prof. Dr. Moritz Fischer als Mitglied des Ludwig-Harms-Kuratoriums: „Die verschiedenen Betrachtungen zur Missionsgeschichte während des Symposiums haben deutlich gemacht, wie relevant vergangene Spannungen und Entwicklungen für Religion und Christentum auch heute noch sind. Der Blickwinkel muss von ‚Nord-Süd‘ hin zu ‚Süd-Nord‘ verändert werden. Dazu gehört, dass die Akteurinnen und Akteure des Nordens eine interkulturelle Kehrtwende machen und den Akteurinnen und Akteuren des Südens mit ihren historischen Zeugnissen und kritischen Analysen der Missionsgeschichte zuhören.“

Professor Fischer zieht folgendes Fazit: „Die kritische Auseinandersetzung mit den Verflechtungen von Kolonialismus und Mission hilft nicht nur dabei zu verstehen, wie das Christentum als Weltreligion entstanden ist, sondern öffnet auch den Blick dafür, dass sich das Christentum außerhalb von Europa weiterentwickelt hat. Zugleich leben Christen aus aller Welt in Europa. Die Mission kommt quasi zurück nach Europa. Hier ist ein sensibler Umgang der hiesigen traditionellen Kirchen mit den etablierten Kirchen anderer Länder und mit deren Angehörigen gefragt.“


Eine ausführliche Publikation der Beiträge zu diesem Symposium ist für Herbst 2021 im LIT Verlag geplant.

Das Symposium wurde von der Hanns-Lilje-Stiftung sowie von dem Kulturfonds des Auswärtigen Amtes gefördert. Die Veranstalter danken den Förderern für die finanzielle Unterstützung.

Einen ausführlichere Zusammenfassung der Einzelbeiträge auf dem Symposium ist hier nachlesbar.

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„Man wächst auch digital zusammen!“

Eine digitale Jugendwoche des ELM und des Landesjugendpfarramtes entpuppte sich als mehr als nur eine Alternative Jugendliche über Kontinente hinweg zu vernetzen.

„Die einen sitzen im südafrikanischen Winter mit Wollmütze, die anderen im Sommerkleid, die einen sind gerade aufgestanden, die anderen wollen gleich ins Bett, bei manchen ist das Zimmer im Hintergrund chaotisch vollgestellt, andere schalten sich aus dem aufgeräumten Wohnzimmer dazu“, beschreibt Insa Brudy, Jugendreferentin des  Ev.-luth. Missionswerks in Niedersachsen (ELM), die ungewöhnliche Situation für 16 junge Menschen aus fünf Ländern und vier Kontinenten: Plötzlich mittendrin sein im Leben vorher völlig unbekannter Menschen in Honduras, Indien, Südafrika, Russland und Deutschland. Hineintauchen in die Lebensumstände von Altersgenoss*innen und deren Alltag. Für die 16- bis 27-jährigen Teilnehmenden der ersten digitalen Jugendwoche des ELM und des Landesjugendpfarramtes der Hannoverschen Landeskirche ein aufregendes Erlebnis – und ein spannendes Experiment, wie Insa Brudy betont. 

Denn eigentlich hätten sich die jungen Leute im Rahmen der alle zwei Jahre stattfindenden Internationalen Jugendwoche in Hermannsburg zu einer Wohngemeinschaft zusammenfinden sollen. Doch die musste wegen der Corona-Pandemie ausfallen. Und so haben das Team der Werkstatt ökumenisches Lernen (WÖL) des ELM und das Landesjugendpfarramt über Alternativen für eine multilaterale Jugendbegegnung nachgedacht. 

Schon alle zwei Jahre seien ein langer Zeitraum, so Brudy. „Wir erleben vielfach, dass selbst gut funktionierende kirchliche Jugendpartnerschaften während der Pandemie Probleme haben ihren Austausch weiter zu pflegen.“ Darum sei der Wunsch entstanden, sich zumindest in kleinerem Format digital zu vernetzen. „Wir waren am Ende selbst ein wenig überrascht, wie gut es funktioniert hat“, freut sich Insa Brudy. „Man wächst auch digital zusammen!“ Das sei an der hohen Verbindlichkeit zu sehen gewesen, mit der die Jugendlichen über die gesamte Zeit dabei geblieben seien. Und das trotz der zahlreichen Herausforderungen, die eine digitale Kommunikation mit sich brächten: die Zeitverschiebung von über 14 Stunden, die Notwendigkeit der Übersetzung, zeitweise instabiles Internet, limitierende Wohnverhältnisse mancher Jugendlichen, die einen offenen Austausch erschwerten.  

Im Fokus des insgesamt dreiwöchigen Begegnungsprojektes hätten die einzelnen Jugendlichen in ihrer jeweiligen Lebenswelt gestanden – und die Arbeit innerhalb der Gruppe. Ziel sei es gewesen, auf Interaktion zu setzen, das Gemeinschaftsgefühl zu stärken und emotionale Momente zu schaffen, so die Jugendreferentin des ELM. Unter dem Motto „All of us“ habe jede einzelne, an drei Sonntagen stattfindende, dreistündige Session unter einem Unterthema gestanden: Das bin ich / Ich und mein Land / Wir – international vernetzt.  

Durch die Digitalisierung direkt mit der Lebenswirklichkeit des Gegenübers verbunden zu sein, eröffne selten so schnell ein Gefühl für Verschiedenheiten und Gemeinsamkeiten, so Insa Brudy, solle aber keine „echte“ Begegnung ersetzen. Dennoch habe dieses Experiment neue Zielgruppen erreicht, „nämlich Jugendliche, die aufgrund von Zeit und Kosten normalerweise nicht an einer analogen Begegnung teilnehmen würden.“
Nichtsdestotrotz plane sie mit ihrer Kollegin Franziska Horn vom Landesjugendpfarramt für den Zeitraum vom 17. bis 26. Juni schon für die hoffentlich im kommenden Jahr wieder mögliche internationale Wohngemeinschaft in Hermannsburg im Vorfeld der Internationalen Jugendwoche – mit Vorfreude und der Erkenntnis, ein neues Format gefunden zu haben, dass ebenfalls junge Menschen miteinander in Verbindung zu bringen vermag.

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Wechsel Leitung Hildesheimer Blindenmission und Missionsausschuss

Pastor Andreas Chrzanowski übernimmt die Leitung von Pastor Frank Ewert

Der Leiter der Hildesheimer Blindenmission, Pastor Frank Ewert, wurde am 6. Juni in einem Gottesdienst in Hildesheim durch OKR Dirk Stelter in den Ruhestand verabschiedet. Zehn Jahre hat Pastor Ewert die Arbeit der HBM gemeinsam mit dem Vorstand geleitet und neue Akzente gesetzt. Die Mission arbeitet seit 125 Jahren In den ärmsten Regionen Südostasiens und will blinde Kinder und Jugendliche, denen medizinisch nicht mehr zu helfen ist, so fördern, dass sie die in ihnen angelegten Fähigkeiten entfalten und ein menschenwürdiges Leben führen können. 
Der Geschäftsführer ist als Gast Mitglied im Missionsausschuss des ELM und dieses ist durch den Direktor im Kuratorium der HBM vertreten.
In der Arbeit mit Freiwilligen gab es immer wieder Gelegenheit zur Zusammenarbeit in Vorbereitung und Begleitung für diesen Dienst.
Wir danken Pastor Ewert sehr herzlich für den gemeinsam gegangenen Weg und seinen Einsatz auch für die Arbeit des ELM.

Als Nachfolger ist Pastor Andreas Chrzanowski aus Hannover bestimmt worden. Pastor Chrzanowski ist kurz vor dem theologischen Examen erblindet war zuletzt auch Beauftragter für Blinden- und Sehbehinderten-Seelsorge und hat an der Blindenschule in Hannover unterrichtet.
Wir wünschen dem neuen Geschäftsführer Gottes Segen für seinen Dienst und freuen uns auf die Zusammenarbeit.

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