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Damit Rassismus keinen Platz hat

Ein ungewöhnlicher Missionstag des ELM zu einem herausfordernden Thema für Kirche und Mission

„Rassismus findet statt! Überall.“ lautete der Titel des diesjährigen Missionstages. Ubane, der leitende Bischof der Ev.-Luth. Kirche im Südlichen Afrika (ELCSA), sprach in seinem Eingangsstatement vom Rassismus in Südafrika als einer traurigen, traumatischen und schrecklichen Geschichte, die noch lange nicht überwunden sei. Die Kirchen in Südafrika sind auch heute noch in „schwarze“ und „weiße“ Kirchen getrennt. Einflussreiche politische Parteien heizen die Stimmung in Südafrika aktuell an und schüren rassistische Ressentiments. Ubane plädiert dafür, das Verbindende zu suchen.

Für Kirche eine besondere Aufgabe

Obwohl die deutsche Kirche in Fragen von Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und Islamfeindlichkeit sehr wach sei, findet die Auseinandersetzung mit Rassismus und Diskriminierung in Deutschland nicht ausreichend statt, so Bischof Meister. Er sieht Deutschland hier besonders in der Pflicht, denn: „Rassismus ist eine Verleugnung Gottes“.

Die brasilianische Kirchenpräsidentin Silvia Genz (IECLB), fragte sich, ob Kirche zur Lösung von rassistischen Konflikten beitragen könne: „Wo ist die Kirche Teil der Lösung, wo Teil des Problems?“ Sie thematisierte als weiße Frau, dass die europäischen Nachkommen in Brasilien überall Vorteile hätten und sie schließt davon auch die IECLB nicht aus. Genz möchte hier Veränderungen und dass die brasilianische Kirche zum Vorbild für andere wird.

Manchmal ist Kirche zu bequem

Diesem Appell schloss sich Bischof Meister an: „Wir gehen zu oft vorbei, lassen Dinge passieren. [...] Öffnung ist anstrengend. [...] Das ist die Krux: Starker Glaube macht nicht immer großzügig Anderen gegenüber.“

Ubane sieht Kirche als Teil der Lösung, wenn sie bereit sei, sich international gegenseitig partnerschaftlich zu unterstützen.  Wie in Brasilien konstatiert er auch für Südafrika, dass europäische Nachkommen von einem systemischen Rassismus profitiert hätten. Dazu zähle auch eine rassistische Justiz, die „ein Knie auf dem Nacken der Schwarzen“ gewesen sei.

Für Meister kann die Kirche maßgeblich zu einer Lösung beitragen, in der Anwendung biblischer Prinzipien zur Überwindung von Alltagsrassismus.

Rassismus kommt ganz nah an uns heran     

Michael Thiel, Direktor des ELM, sieht Rassismus auch in der Arbeit des ELM. Tief verankert sei bei Menschen weißer Hautfarbe das Gefühl der Überlegenheit. „Rassismus kommt ganz nah an uns heran, bis in die Familie“, sagte Thiel. „Wir im ELM verstehen uns als Lernende. Trotzdem – Geld heißt Macht. Die, die Geld haben, laufen Gefahr zu sagen, wo es lang gehen soll. Deshalb entscheiden unsere Partnerkirchen und nicht das ELM darüber wie die Gelder, die das ELM für die Arbeit mit Partnerkirchen generiert, verwandt werden sollen.“

Gefragt, ob aus heutiger Sicht, die Arbeit von ehemaligen Missionaren neu bewertet werden müsse, antwortet Thiel, dass es schwer sei, das Verhalten von Menschen, die in einer anderen Zeit gelebt hätten, von heute aus zu beurteilen. Und Meister ergänzte, klassische Beispiel dafür seien bestimmte Sätze von Luther zum Antisemitismus oder die Bewertung der Kreuzzüge „Es bleibt unsere Aufgabe, aus der Vergangenheit, auch aus ihren Fehlern, zu lernen und alles dafür zu tun, dass ein Miteinander verschiedener Kulturen entstehen kann, in der Rassismus keinen Platz hat.“

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Gottesdienst 6. Dezember: Verbunden in Geduld

Pastor i. R. Martin Kruse nimmt die Gemeinde in seinem Predigtentwurf für den 2. Advent mit nach Äthiopien - und zeigt, was es heißt, angesichts der aktuellen Lage im Land mit der Sehnsucht auf das Kommen des Friedefürsten zu leben.

Das Material für den Gottesdienst inkl. eines Vorschlags für eine Hausandacht finden Sie hier.

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