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„Die Taufe leben: Gaben in den Dienst stellen“

Synode der Landeskirche Hannovers mit Bibelarbeit von Kirchenpräsidentin Genz

Die Synode der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers lud die Kirchenpräsidentin der Evangelischen Kirche lutherischen Bekenntnisses in Brasilien (IECLB), Silvia Genz, zur Bibelarbeit ein. Am 4. Juni 2021 vermittelte Genz die Anliegen des Jahresthemas der Kirche: „Die Taufe leben: Gaben in den Dienst stellen“. Dies entfaltet sich in drei Aspekten: 1. Taufe: Gott beruft uns; 2.  Gaben: Gott beschenkt uns; 3. Dienst: Gott verpflichtet uns.

Neben Corona bedroht die rücksichtslose Ausbeutung der Umwelt das Leben der Menschen in Brasilien. Die Evangelische Jugend der IECLB will dem nicht tatenlos zusehen, sondern setzt sich ein für einen achtsamen Umgang mit der Schöpfung, wollen Diskussionen darüber anstoßen und konkrete Schritte der Umsetzung anregen.

Mehr Informationen und Spendenformular, wenn Sie sich noch beteiligen wollen.

Die Bibelarbeit wurde aufgezeichnet und kann unten oder hier direkt auf Youtube angesehen werden.

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„Wir werden uns nicht von Dummheit beeinflussen lassen!“

Klares Bekenntnis der IECLB zu Mitgefühl, Wahrheit, Glaube, Gerechtigkeit und Frieden.

Angesichts von 200.000 Toten durch COVID-19 mahnt die brasilianische Partnerkirche kritisch verantwortliches und gemeinschaftliches Handeln in Politik, Kirche und Gesellschaft an. Nachfolgend lesen Sie die Erklärung der Kirchenleitung der Evangelischen Kirche lutherischen Bekenntnisses in Brasilien (IECLB) vom Januar 2021:

„Meine Seele ist müde vor Kummer; stärke mich nach deinem Wort.“ (Psalm 119,28)

Wir haben die erschreckende Zahl von 200.000 Todesfällen durch COVID-19 in Brasilien erreicht. Die Evangelische Kirche lutherischen Bekenntnisses in Brasilien drückt ihr Gefühl der Bestürzung aus und betet zu Gott, um die Menschen zu trösten, die unter dem Verlust eines geliebten Menschen leiden.

Wie viele Todesfälle sind nötig, um einen Menschen zu sensibilisieren, um eine Nation zu bewegen? Welche Menschen müssen sterben, damit ein Herz den Schmerz spüren kann, den der Tod mit sich bringt? Welche Symptome und Folgeerscheinungen sind nötig, um jemanden von der Schwere der Pandemie zu überzeugen? Wie viele Tote sind noch zu erwarten?

Seit dem Beginn der Pandemie warnen medizinische und wissenschaftliche Organisationen vor dem tödlichen Potenzial des neuen Coronavirus. Viele Menschen haben sie ernst genommen, während andere die Sicherheitsempfehlungen missachteten. Einige politische Führer handelten mit Verantwortung und Engagement für das Leben. Andere setzten sich ab und zeigten Missachtung. Angesichts des wütenden Virus war der Tod von Tausenden von Menschen unvermeidlich. Es ist jedoch sicher, dass viele Leben hätten verschont werden können. Und viele Todesfälle können noch immer verhindert werden.

Neben sozialer Distanzierung und Hygienemaßnahmen ist eine breite Impfung die aussichtsreichste Perspektive im Moment. Es ist die Pflicht der Regierung, den freien Zugang zum Impfstoff für die gesamte Bevölkerung zu gewährleisten. Wir wissen, dass der Prozess komplex ist. Er erfordert Planung, Ressourcen und Zeit. Genau aus diesem Grund können wir nicht Fahrlässigkeit und irreführenden Begründungen nachgeben. Agilität und Effizienz werden den Unterschied zwischen Leben und Tod machen.

Die IECLB setzt sich für das Leben und für Maßnahmen zur Reduzierung der Folgen der COVID19-Pandemie ein. Auch im Jahr 2021 werden wir schwierige Zeiten haben. Deshalb betonen wir die Notwendigkeit, uns weiterhin umeinander zu kümmern. Wir werden uns nicht von Dummheit beeinflussen lassen, noch werden wir zulassen, dass uns Entmutigung überkommt. Wir werden weiter hoffen, denn Gott ist mit uns!

Jesus sagt: „Ihr seid das Licht der Welt“ (Matthäus 5,14).

In der Dunkelheit der Pandemie werden wir Licht sein, wenn wir verantwortungsbewusst handeln und jede Vorsichtsmaßnahme ergreifen, um die Ausbreitung des neuen Coronavirus zu verhindern. Wir werden Licht sein, wenn wir eine Haltung der Fürsorge für Menschen haben, die unter den Folgen der Pandemie leiden. Diese Fürsorge kann ein Gebet, ein Wort des Trostes und der Hoffnung, eine diakonische Handlung sein. Wir werden Licht sein, wenn wir dem Licht von Christus folgen: Mitgefühl, Wahrheit, Glaube, Gerechtigkeit, Frieden.

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Kirchenversammlung in Zeiten der Pandemie

32. Konzil der IECLB (Evangelische Kirche lutherischen Bekenntnisses in Brasilien)

Über 100 Delegierte aus allen Teilen Brasiliens sind zum 32. Konzil der IECLB (Evangelische Kirche lutherischen Bekenntnisses in Brasilien) zusammengekommen. Eigentlich hatten sie sich in der Stadt Cacoal im Bundesstaat Rondônia treffen wollen, um 50 Jahre lutherischer Präsenz im Amazonasgebiet zu feiern. Pandemiebedingt sind sie nun online zusammengekommen, vom 23. bis 25. Oktober 2020. Es war eine große Herausforderung, die die Verantwortlichen jedoch gut gemeistert haben.

Andachten und Gottesdienste über YouTube
Den Rahmen bildeten wie gewohnt kreativ gestaltete Andachten und Gottesdienste, die jeweils von einem Team im Vorfeld vorbereitet und über YouTube gestreamt wurden. Neben den Delegierten und Gästen des Konzils haben Tausende weitere Personen aus ganz Brasilien und dem Ausland die Gottesdienste mitverfolgt. Alles wurde simultan in Gebärdensprache übersetzt.

Einschränken und Todesofer durch die Corona-Pandemie
Dazwischen wurde per ZOOM beraten, mal im Plenum mit allen Delegierten, mal in Arbeitsgruppen. Natürlich ging es auch um die Auswirkungen der Pandemie, die in Brasilien über 150.000 Todesopfer gefordert und große Einschränkungen mit sich gebracht hat. Die Gemeinden der IECLB haben kreativ reagiert und eine große Vielfalt von digitalen Angeboten gestartet: Gottesdienste über YouTube, Bibelstunden per ZOOM, Losung und Lied per WhatsApp und vieles weitere mehr. Aber auch analog haben sie versucht, den Menschen nahe zu bleiben, durch Anrufe, Nähen von Masken, Verteilen von Lebensmittel an Bedürftige und anderes. Die Kirche sieht sich berufen, beides fortzuführen, analoge und digitale Angebote, um als „hybride Kirche“ auf vielfältige Weise die Liebe Gottes zu bezeugen und niemanden zurückzulassen.

1.200 Menschen verfolgten Gottesdienst
Mit einem fröhlichen Gottesdienst, den live 1.200 Personen verfolgt haben, endete das Konzil am Sonntagmittag brasilianischer Zeit. Für das ELM war ich als Gast dabei, beim Abschlussgottesdienst auch Direktor Michael Thiel der ein Grußwort an die Partnerkirche gesandt hatte.

Themenlied des Konzils

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Grußwort von ELM-Direktor Michael Thiel

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Botschaft des 32. Konzils in Deutsch

Lesen Sie hier die Botschaft des 32. Konzils der Kirche Evangelische Kirche lutherischen Bekenntnisses in Brasilien – IECLB in deutscher Sprache.

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Factsheet: Rohstoffabbau bedroht indigene Gemeinschaften in Brasilien

Weil das ELM sich seit langem gemeinsam mit Partnern in Brasilien intensiv für indigene Gemeinschaften einsetzt, hat es Südwind e.V. gebeten, für die Handyaktion ein weiteres Factsheet zu erstellen. Dieses zeigt die Folgen des Rohstoffabbaus für diese in ihrer Existenz bedrohten Gemeinschaften auf: Dokument lesen

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Die Regierung verweigert sich – das Virus tötet

Zur aktuellen Lage der Indigenen in Brasilien (September 2020)

Besonders dramatisch ist die Situation der Indigenen in Brasilien. Pfarrerin  Dr. Renate Gierus , beschreibt sie für ein ELMinar (ein online-basiertes Web-Seminar), das  am 20.08.2020 unter dem Titel Brasiliens Indigene in der Corona-Pandemie: Gefahr für Leben und kulturelle Identität stattgefunden hat. Frau Gierus ist Vorstzende des COMIN . Der COMIN ist der Indigenenrat der Evangelischen Kirche lutherischen Bekenntnisses in Brasilien (IECLB). Er unterstützt die Indigenen beim Kampf um ihre Rechte, stärkt sie in ihrer eigenen Identität und klärt in der brasilianischen Gesellschaft über die Kultur der indigenen Völker auf. Ziel ist es, das Selbstbestimmungs- und Selbstverwirklichungsrecht zu unterstützen. COMIN steht auf der Seite der Indigenen, indem er sie bei der Wahrung ihrer Rechte unterstützt.
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Aktuelle Lage in Brasilien im Blick auf die COVID-19-Pandemie (September 2020)

Der Generalsekretär der IECLB, Marcos Bechert, beschreibt in einem Brief die aktuelle Corona-Lage in Brasilien und skizziert, wie sich die brasilianische ELM-Partnerkirche dazu verhält.

Obwohl es zwischen dem Beginn der Pandemie in China, ihrem Durchzug durch Europa bis zu ihrer verheerenden Ankunft in Brasilien Zeit gab, war die Vorbereitung des Landes auf das Virus unzureichend und verwirrend. Zwei Gesundheitsminister sind zurückgetreten, und jetzt haben wir keinen richtigen Gesundheitsminister. Unter den drei Regierungsebenen des Landes (Bürgermeister, Gouverneure und Präsidentschaft) gibt es unterschiedliche Auffassungen über die Bekämpfung der Pandemie. Angesichts dessen sind die Menschen verwirrt, und viele tun so, als handele es sich nur um eine Erkältung.

Dennoch ist es notwendig, auf das öffentliche Gesundheitssystem zu verweisen, das sich der Pandemie entgegengestellt hat. Besonders zu loben ist die unermüdliche Arbeit vieler Fachleute in verschiedenen Bereichen, insbesondere im Gesundheitswesen, die sich der Pflege verschrieben haben. Viele von ihnen haben sich infiziert und ihr Leben verloren.

Wir stellen fest, dass die offizielle Zahl der Infizierten nicht realistisch ist, da keine ausreichenden diagnostischen Tests angewandt werden. Umfassende diagnostische Forschungsprojekte, die von Universitäten durchgeführt wurden, sind aufgrund mangelnder staatlicher Investitionen abgebrochen worden, da die Hälfte der bewilligten Mittel gestrichen wurde.

Auf Beschluss der Präsidentschaft der IECLB und der 18 Synodenpfarrerinnen und -pfarrer wurde festgelegt, zwischen März und Juli 2020 keine öffentlichen Präsenzveranstaltungen durchzuführen. Von August an wurde die Entscheidung auf die Regionen übertragen, da die Ansteckungsrate zwischen den einzelnen brasilianischen Bundesstaaten sehr unterschiedlich ist. Die große Mehrzahl der Gemeindeleitungen, die nun in die Entscheidungen mit eingebunden sind, haben beschlossen, die virtuellen Aktivitäten fortzusetzen; nur in örtlich begrenzten Situationen erfolgen Präsenzaktivitäten in Übereinstimmung mit den Hygienevorschriften und der gebotenen sozialen Distanz.

Geistliche, ehrenamtliche Führungskräfte, Synoden und sogar die nationale Instanz der Kirche haben unzählige Aktivitäten mit Übertragung per Internet entwickelt, darunter Sitzungen und Vollversammlungen in elektronischen Räumen.

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IECLB: Leere Kirchen als Zeugnis der Liebe und der Achtsamkeit dem Leben gegenüber, 29.05.2020

Brasilien ist ein Hotspot der COVID-19-Pandemie. In keinem anderen Land gab es in den letzten Tagen mehr Todesfälle durch und mehr Infektionen an SARS-CoV-2. Die Leitung der Ev. Kirche Lutherischen Bekenntnisses in Brasilien (IECLB), Partnerkirche des ELM, schreibt in einer Stellungnahme vom 29. Mai 2020 an ihre Gemeinden:

„Am 17. März 2020, noch bevor die Behörden entsprechende Anordnungen erlassen hatten, haben wir die Gemeinden angewiesen, auf alle Präsenzaktivitäten zu verzichten. Damit haben wir einen entscheidenden Beitrag dazu geleistet, dass die Lage sich nicht noch schlimmer entwickelt. Unsere Gemeinderäume sind nicht zu Orten der Weiterverbreitung des Virus geworden. Unsere leeren Kirchen sind voll des Zeugnisses der Liebe und der Achtsamkeit dem Leben gegenüber.

In der aktuellen Situation empfehlen wir weiterhin, auf alle Aktivitäten zu verzichten, die Versammlungen von Menschen beinhalten. Wir wissen nicht, wie die weitere Ausbreitung der Pandemie verlaufen wird. Deshalb können wir heute noch kein Datum nennen, wann Präsenzaktivitäten wieder aufgenommen werden können. In Anbetracht der kontinentalen Ausmaße unseres Landes und der unterschiedlichen Bedingungen an den verschiedenen Orten, haben wir uns darauf verständigt, dass die Entscheidung darüber in den jeweiligen Synoden zu treffen ist. Die Synodalpfarrerinnen und –pfarrer werden mit den Geistlichen und ehrenamtlichen Leitungspersonen die Lage vor Ort einschätzen und sich an den rechtlichen Bestimmungen orientieren. Sie entscheiden, wann im Bereich ihrer Synode die Aktivitäten wieder aufgenommen werden.

Wir werden als Kirchenleitung weiterhin wöchentlich gemeinsam mit den Synodalpfarrerinnen und Synodalpfarrern die Lage analysieren und Wege suchen, um den Herausforderungen zu begegnen. Als Kirche halten wir fest an der Einheit und der gemeinsamen Verpflichtung. Aber künftig werden die Synoden die leitenden Personen in ihrem Bereich noch stärker in die Beratungen darüber einbeziehen, wie vor Ort jeweils zu handeln ist.“
(Übersetzung und Bearbeitung: Kurt Herrera)

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IECLB: Suspendierung von Gottesdiensten und Gemeindegruppen bis 31. Mai verlängert, 08.05.2020

Die Kirchenleitung unserer brasilianischen Partnerkirche verlängert die am 17. März beschlossenen Beschränkungen des kirchlichen Lebens aufgrund steigender Covid-19-Infektionszahlen zum zweiten Mal – nun bis zum 31. Mai. Das geht aus einer Stellungnahme vom 8. Mai hervor, die im wesentlichen eine Stellungnahme der Präsidentschaft der IECLB und der Synodalpfarrerinnen und -pfarrer vom 24. April fortschreibt. Hier lesen Sie den Wortlaut auf Portugiesisch und Deutsch.

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Masken für andere: Wie sich brasilianische Gemeinden engagieren, 27.04.2020

Am Gitter der Apostelgemeinde in Joinville/SC hängen Alltagsmasken, wasserdicht in Plastikhüllen. Ein Schild lädt ein: „Benötigen Sie eine Maske? Nehmen Sie sich eine mit. Ein Geschenk der Apostelgemeinde.“ Freiwillige aus der Gemeinde haben die Masken genäht, die Gemeinde hat die Materialien zur Verfügung gestellt.

Die Gemeinde in der Stadt Lajeado/RS hat das Projekt „Masken mit Liebe“ begonnen. Firmen und Gemeindeglieder stellen das Material zur Verfügung, 40 Freiwillige nähen zuhause die Masken. Sie werden zusammen mit einem Zettel am Zaun der Kirche angeboten, auf dem steht: „Der Glaube ruht nicht und nimmt keinen Urlaub. Wir stellen Masken her, um damit die Liebe Gottes zu bezeugen. Denn die Kirche ist von Gott berufen, sich für soziale Veränderung einzusetzen. Mehr als 40 Freiwillige nehmen an diesem Projekt teil. Nehmen Sie eine Maske für sich selbst und beten Sie für die Menschen, setzen Sie sich für eine bessere Welt ein und wissen Sie, dass Sie nicht allein sind.“

Darüber hinaus werden Masken für Altenheime und andere wohltätige Einrichtungen genäht, die diesen unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden.

Das sind nur zwei von vielen Beispielen von Gemeinden der IECLB, die sich in der aktuellen Krise für andere Menschen engagieren.

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Auszug aus Ostergruß des IELCB-Präsidiums, 6.04.2020

Aus Brasilien erreichen uns auch hoffnungsvolle Zeilen, die neben der Schwere der gegenwärtigen Situation auch die neuen Chancen zeigen:

„Die COVID-19-Pandemie hat Brasilien erreicht. Zunächst langsam aber nun in einem beschleunigten Prozess ... Als wäre die Pandemie, die für Brasilien sowohl sozial als auch wirtschaftlich eine Tragödie zu werden droht, noch nicht genug, müssen wir uns zudem mit dem unwissenschaftlichen Verständnis von Teilen der Regierung befassen, das aus Sicht der Epidemiolog*innen sehr gefährlich ist. Glücklicherweise folgen die meisten Organisationen den Richtlinien der Gesundheitsbehörden.

Die IECLB befindet sich nun in der dritten Woche ihrer Quarantäne. Das war eine wichtige Entscheidung, die gemeinsam von dem Präsidium und den 18 Synodalpfarrerinnen und -pfarrern, getroffen wurde. Voraussichtlich werden wir die Quarantäne noch länger aufrechterhalten. Während der Zeit der Quarantäne halten Präsidium und Synodalpfarrer*innen wöchentliche Online-Konferenzen.

Wir sind uns bewusst, dass die Entscheidung, keine persönlichen Treffen mehr zuzulassen, wie z. B. Sitzungen, Gottesdienste, Veranstaltungen oder Versammlungen, Konsequenzen haben wird, unter anderem in wirtschaftlicher Hinsicht. Aber wir sind fest davon überzeugt, dass die wichtigste Sache in diesem Moment ist, Leben zu retten, die Gefahr einer Ansteckung zu verringern und den Behörden mehr Zeit zu geben, sich auf die Versorgung von kranken Menschen vorzubereiten.

Die neue Realität lehrt uns, andere Formate von Dialog und Sitzungen zu praktizieren: digital, virtuell oder mit Hilfe von Audio-Videos. Wir lernen viel und entdecken, dass es in diesem Bereich viele Möglichkeiten gibt. Die meisten der über 800 Pfarrer*innen, die in 1800 Gemeinden arbeiten, bemühen sich, mit ihren Mitgliedern in Kontakt zu bleiben durch Chats, Telefonate, WhatsApp und andere Kommunikationsmittel. Ihre Feiern, Gebete, Lieder und Fürbitten haben die Netzwerke geflutet. Viele Menschen wurden so erreicht, auch über die IECLB hinaus. Wir werden viel darüber nachdenken müssen, was das für das Leben der Kirche nach der Pandemie bedeuten wird.

Wir sind beides: in Sorge, aber auch zuversichtlich. Wir sind gewiss, dass Christus mit uns ist, an jedem Tag bis ans Ende der Zeit (Matthäus 28, 20) und dass wir alles durch Christus tun können, der uns stärkt (Philipper 4, 13). Wir leben durch die Gnade Gottes und so wird die Last leichter, obwohl sie schwer ist. Vor allem haben wir in Christus die neue Realität erfahren, die Ostern bringt:  das Leben wird siegen.

Das Wichtigste ist jetzt, dass wir weiterhin füreinander beten. Wenn dieser „Überfall“ einmal vorbei ist, werden wir uns wieder neu organisieren, für viele persönliche Begegnungen.

Wir danken Gott für eure Partnerschaft. Wir danken euch für eure Unterstützung und eure Gebete. Ihr sollt wissen, dass auch wir für euch alle beten. Darauf könnt Ihr euch verlassen!“

Osterbotschaft des Präsidiums der Evangelischen Kirche lutherischen Bekenntnisses in Brasilien (IECLB)

Download gesamter Text im englischen Original

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Brasilien, indigene Völker und COVID-19 – 9.4.2020

Die COVID-19-Pandemie wird verheerende Auswirkungen auf die schon am meisten verletzliche und diskriminierte Bevölkerung haben. Indigene Führungskräfte verurteilen die Ernährungsunsicherheit und bitten um die notwendigen Maßnahmen, damit dieser Situation begegnet wird. …

Mit viel sozialem Engagement wurde die Kampagne „Not-Grundeinkommen, jetzt“ („Renda básica emergencial, já“) durchgeführt. Auch wir von FLD-Comin-Capa* haben diese Kampagne unterstützt und Unterschriften gesammelt. Wir fordern die Regierung auf, Brasilianer*innen mit einem Familieneinkommen von weniger als drei Mindestlöhnen (Mindestlohn = ca. 187 Euro) sechs Monate lang mit einem Betrag von monatlich 300,00 Reais (ungefähr 54 Euro) zu unterstützen. Das betrifft 77 Mio. Menschen. ...

„Diakonie klagt die Unvernunft und mangelnde Liebe von fundamentalistischen politischen und religiösen Führungskräften an, die sich in dieser hochriskanten Situation für Ignoranz und Opportunismus anstatt für öffentliche Politik und unerlässliche Maßnahmen entscheiden.“

Lasst uns prophetische Diakonie im Alltag leben und erfahren.

Pfarrerin Renate Gierus, FLD-Comin-Capa (*COMIN ist der Indigenenmissionsrat der IECLB, CAPA ist das Zentrum für Förderung der agroökologischen Produktion, FLD ist die Lutherische Diakoniestiftung. COMIN und CAPA sind institutionell in die FLD integriert worden)

Download gesamter Text

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Informationen aus Brasilien 18.03.2020, 17:46 Uhr

Präsidentschaft; Schreiben Nr. 280034/20
Porto Alegre, 17. März 2020

„Hoffnung aber lässt nicht zuschanden werden; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsre Herzen durch den heiligen Geist, der uns gegeben ist.“ (Römer 5,5)

Die Fälle von Infektionen mit dem COVID-19 (Neues Corona-Virus) nehmen täglich zu. Deshalb müssen wir die von der Präsidentschaft der IECLB am 4. März 2020 herausgegebenen Richtlinien ergänzen. Damals wurde die Aussetzung der Gemeindeaktivitäten bereits in Betracht gezogen. Angesichts der Verschärfung der Situation empfehlen die Präsidentschaft und die Synodenpfarrerinnen und -pfarrer der IECLB die sofortige und unbefristete Aussetzung aller gemeindlichen Aktivitäten, die persönliche Treffen von Menschen jeden Alters beinhalten. Diese Richtlinien gelten auch für Orte, an denen es bisher keine Fälle oder Berichte über Fälle des Neuen Corona-Virus gibt. Je nach der Entwicklung der Pandemie wird diese Aussetzung überprüft und werden neue Richtlinien herausgegeben.

Diese Maßnahme ergänzt die verschiedenen nationalen und globalen Bemühungen, die Verbreitung des Virus einzudämmen. Es ist eine Zeit der Unsicherheit, der Vorsicht und der Sorgfalt. Das Aussetzen von Aktivitäten ist keine Übertreibung, sondern eine Haltung der Verantwortung gegenüber dem Leben. Die Verbreitung des Virus erfolgt durch Nähe und Körperkontakt. Wir setzen die Präsenzaktivitäten aus, um katastrophale und tragische Folgen zu vermeiden. Vorbeugend zu handeln ist die Aufgabe aller Menschen, Gemeinschaften und Führungskräfte. Wir bekräftigen, dass die Richtlinien und Dekrete jeder Regierungsstelle in dieser Hinsicht befolgt werden müssen.

Die Aussetzung von Präsenzaktivitäten bedeutet nicht die Absage aller Gemeindeaktivitäten. Die Arbeit und die seelsorgliche Betreuung hören nicht auf, sondern nehmen andere Formen an. Wir erinnern daran, dass alle Getauften berufen sind, füreinander zu sorgen. Das Volk Gottes muss den Glauben und die Verbindung mit den Schwestern und Brüdern auch weiterhin auf andere Weise leben, z. B.:

  • Gebet: Lassen Sie uns unsere Herzen, Gedanken und Stimmen im täglichen Gebet vereinen. Wir schlagen vor, dass sich die Mitglieder der IECLB im täglichen Gebet um 7 Uhr morgens und 19 Uhr abends zusammenschließen. Das Gebet kann überall gebetet werden, und durch das Gebet werden wir die Einheit im Leib Christi spüren.
  • Treffen in der Familie und Hausgottesdienste: Die Menschen können in ihren Häusern die Bibel lesen und beten. Die Synoden und das Generalsekretariat der IECLB werden für diese Anlässe Materialien zur Verfügung stellen (www.luteranos.com.br).
  • Gottesdienst ohne Anwesenheit der Öffentlichkeit: Jede Woche wird die Homepage der IECLB wenigstens einen auf Video aufgezeichneten Gottesdienst zur Verfügung stellen. Diese Seite verfügt bereits über Bibelstudien und Gottesdienste, die bei anderen Gelegenheiten durchgeführt wurden. Je nach Möglichkeit können die Geistlichen Gottesdienste oder Ansprachen aufzeichnen und über soziale Netzwerke übermitteln.
  • Besuchsdienst: Grundsätzlich soll es keinen Besuchsdienst geben, außer in Fällen extremer Notwendigkeit. Bis dahin können wir Menschen durch einen Anruf oder über Nachrichten auf andere Weise "besuchen".
  • Bestattungen: Bei Bestattungsfeiern müssen alle Menschen Körperkontakt vermeiden. Wir empfehlen, die Feiern kürzer und, wo möglich, im Freien abzuhalten. In allen Fällen sind die Maßnahmen der räumlichen Distanz und der Hygiene zu ergreifen (keine Verteilung von Gesangbüchern und anderen gedruckten Texten). Im Falle eines Todes durch das Coronavirus sind die Richtlinien der Gesundheitsbehörde zu befolgen.
  • Offene Kirchen: Prüfen Sie die Möglichkeit, Kirchen und Gottesdienstorte für Personen offen zu halten, die für sich einen Ort zum Beten und Meditieren suchen. Befinden sich mehrere Personen im Raum, muss ein Mindestabstand zwischen ihnen eingehalten und Desinfektionsmittel zur Verfügung gestellt werden.

Fürsorge für das Leben und diakonisches Handeln gehören zum Wesen der Kirche. Im Laufe der Geschichte hat die Kirche Jesu Christi ihre Treue zum Evangelium bewiesen, indem sie in Zeiten des Leidens solidarisch gehandelt hat. Wieder einmal ruft Gott uns auf, einer schwierigen Situation mit Glauben, Dienstbereitschaft, Mut und Hoffnung zu begegnen.

„Verlass mich nicht, HERR, mein Gott, sei nicht ferne von mir! Eile, mir beizustehen, Herr, du meine Hilfe!“ (Psalm 38,22-23)

Pastorin Sílvia Beatrice Genz (Kirchenpräsidentin der IECLB) u. a. 

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Brasilien - ein gespaltenes Land

Hannover/Hermannsburg (epd). Nach der Wahl von Jair Bolsonaro zum Präsidenten in Brasilien ist das Land nach Angaben der brasilianischen Kirchenpräsidentin Silvia Genz tief gespalten. Bolsonaro habe einerseits eine große Zustimmung in der Bevölkerung, sagte die Präsidentin der Evangelischen Kirche Lutherischen Bekenntnisses in Brasilien (IECLB) anlässlich eines Besuches in Niedersachsen dem epd. Kritiker seien dagegen besorgt, dass er den Schutz von Minderheiten zurückfahren und durch die industrielle Erschließung des Amazonasgebietes große Umweltschäden verantworten könnte. Ihre Kirche befürchte, dass sich die Lage von Kleinbauern und Indigenen im Land verschlechtern könnte.

Die brasilianischen Lutheraner unterstützen gemeinsam mit deutschen Partnern wie dem Evangelisch-lutherischen Missionswerk in Niedersachsen den Indigenenmissionsrat COMIN im Kampf um das Recht der Indigenen am eigenen Land. Vor allem im Süden des Landes gebe es dadurch aber auch innerhalb der Kirche Konflikte, sagte Genz. Zum Teil lebten Kleinbauern, die das Land vom Staat gekauft hätten, seit Generationen dort. Dem rechtmäßigen Anspruch der Indigenen stehe gegenüber, dass diese Bauern ohne Ausgleich die Flächen abgeben müssten. Zahlreiche Bauern seien Mitglied in der lutherischen Kirche. „Es ist für uns alle sehr schwer.“

Die Lage der Kleinbauern könnte sich Genz zufolge noch verschlechtern, wenn die Bolsonaro-Regierung ihre Ankündigung wahr mache und ihre Botschaft in Israel von Tel Aviv nach Jerusalem verlege. „Das ist ein Problem, weil viele Kleinbauern von der Hühnerzucht leben und arabische Länder mit Boykott drohen.“ Schon die Ankündigung des möglichen Importstopps habe dafür gesorgt, dass Konzerne den Bauern weniger für die Hühner zahlten.

Angesichts von Kriminalität und Korruption finde Bolsonaro aber bei vielen Zustimmung etwa für eine Liberalisierung der Waffengesetze. Auch die Unruhen im Nachbarland Venezuela wirkten sich auf Brasilien aus, sagte Genz. So kämen zunehmend Flüchtlinge aus Venezuela nach Boa Vista im Norden des Landes. „Tausende wandern da täglich ein.“  Ihre kleine Kirche mit rund 644.000 Mitglieder setze auf Bildungsarbeit und offene Türen angesichts der Entwicklungen, erläuterte die Kirchenpräsidentin.

Die von deutschsprachigen Einwanderern gegründete Kirche habe inzwischen auch afrikanisch stämmige Mitglieder und auch solche mit japanischen, russlanddeutschen oder eben venezolanischen Wurzeln. „Wir haben verschiedene Hintergründe im Glauben, aber wir sind uns einig darin, anderen entgegenzugehen.“

 

 

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