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Indien: Größte Massenimpfung weltweit

Auch Indiens vereinigte lutherische Kirchen unter ihrem neuen Generalsekretär Rev. Joshuva Peter widmen sich verstärkt dem Kampf gegen die Corona-Pandemie. ELM-Referentin Ökumenische Zusammenarbeit Indien, Ute Penzel, berichtet (Januar 2021):

Indien hat sich Großes vorgenommen. Ab dem 16. Januar 2021 sollen in den nächsten sieben Monaten 300 Millionen der 1,35 Milliarden Menschen Indiens gegen COVID-19 geimpft werden. Als erstes werden 30 Millionen sogenannte systemrelevante Arbeitskräfte wie medizinisches Personal und Polizei geimpft. Danach sind 270 Millionen Menschen ab 50 Jahre sowie Risikogruppen aufgefordert, sich impfen zu lassen. Es ist die größte Impfaktion weltweit. Bisher seien über 20.000 Mitarbeiter*innen des Gesundheitswesens geschult worden, um den Impfstoff zu verabreichen, heißt es aus dem indischen Gesundheitsministerium.

Indiens Arzneimittelaufsichtsbehörde hat zwei Coronavirus-Impfstoffen eine Notfallzulassung gegeben: für Covishield von AstraZeneca und der Oxford University und Covaxin, das vom lokalen Unternehmen Bharat Biotech und einem staatlichen Institut entwickelt wurde.

Aber dieser Impfplan bleibt herausfordernd. Indien unterhält eines der größten Impfprogramme der Welt wie zum Beispiel gegen Polio und Masern. Doch ist dieses System auf Kinder und nicht auf Erwachsene ausgerichtet. Die Abdeckung scheint lückenhaft zu bleiben. Dabei ist Indien der weltweit größte Impfstoffhersteller. Die Pharmaindustrie hat Kapazitäten freigemacht und Investitionen zur Unterstützung einer weltweiten Impfkampagne vorangetrieben.

Zur Lagerung des Impfstoffes wurden landesweit Kühlschränke bereitgestellt. Die Impfstoffe benötigen eine geringere Kühlung als die anfänglich in Deutschland eingesetzten. Dennoch entscheidend ist, dass die Kühlkette nicht unterbrochen wird. Ob das für die Lagerung reicht, wird sich zeigen.

Premierminister Narendra Modi hat eine kostenlose Impfung für 300 Millionen Menschen bis August dieses Jahrs zugesagt. Bis Mitte Januar (Stand 13.1.2021) wurden seit Beginn der Pandemie 10.496.367 Fälle bestätigt; 151.569 davon verliefen tödlich.

Neuer UELCI-Generalsekretär: Rev. Joshuva Peter

Ende Dezember wurde der Interims-Generalsekretär der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirchen in Indien (UELCI), Rev. Joshuva Peter, von den Mitgliedskirchen zum Generalsekretär gewählt. Joshuva Peter ist Mitglied und Schatzmeister der Arcot Lutheran Church (ALC - Tamil Nadu).

Bei der UELCI-Generalversammlung wurde der Fokus auf das „Indian Lutheran Health Ministry“  (ILHM - Gesundheitsabteilung  der UELCI) gelegt, und zwar die bestehenden lutherischen Krankenhäuser zu stärken und einige der geschlossenen Krankenhäuser der indischen lutherischen Mitgliedskirchen wiederzubeleben, wo ein dringender Bedarf im Kontext von Covid-19 besteht.

Die TELC und die ALC haben unter der Schirmherrschaft der ILHM/UELCI das seit 20 Jahren geschlossene „Danish Mission Hospital“ in Virudachalam, Tamil Nadu, nun wiederbelebt. Dies ist eine neue Initiative, bei der das Joseph Eye Hospital (TELC) die Wiederbelebung des Dänischen Missionskrankenhauses (ALC) unterstützt.

Das Leben in der Pandemie ist für alle herausfordernd. Gottesdienste und Veranstaltungen haben wieder physisch begonnen. Online-Formate werden, da wo es geht, weitergeführt. Schwierig beibt: Abstand halten.

Rev. Joshuva Peter schreibt an seine Partner, unter anderem an das ELM: „Die indische Kirche mag finanziell schwach sein, aber wir haben immer ein großes Erbe mit unserem Glauben und unseren Gebeten gehabt. Das ist unsere Stärke. Und als solches seien Sie unserer fortgesetzten Gebetsunterstützung und Begleitung in diesem neuen Jahr gewiss.“

Prekäre Unterrichtssituation – Onlineangebote lückenhaft

Seit Mitte März 2020 sind die Schulen im ganzen Land geschlossen, noch vor dem großen Lockdown in Indien. Da, wo es technisch möglich ist, wird Unterricht online durchgeführt. Die großen Verlierer sind die ländliche Bevölkerung und die Armen. Die Netzabdeckung ist begrenzt, besonders im ländlichen Bereich. Das macht digitalen Unterricht oft nahezu unmöglich, wenn zum Beispiel in einer Familie mit drei schulpflichtigen Kindern nur ein Handy zur Verfügung steht. Die Tochter einer Freundin berichtete über den digitalen Unterricht: „Der stellt sein Handy auf das Pult, geht an die Tafel und rechnet Lösungswege vor. Wir sehen nichts, weil er mit dem Rücken im Bild steht und können auch nicht nachfragen.“

Die Regierung des Bundesstaates Tamil Nadu (im Einzugsbereich der Tamil Evangelical Lutheran Church – TELC) hat entschieden, ab dem 19. Januar die Schulen für die Klassen 10 und 12 mit nicht mehr als 25 Kindern in einem Klassenzimmer zu öffnen. Ab dem 1. Februar dürfen die Schulen im Bundesstaat Telangana (im Gebiet der Good Shepherd Evangelical Lutheran Church – GSELC) für die 9. bis 12. Klassen geöffnet werden. Im Bundesstaat Andhra Pradesh (South Andhra Lutheran Church - SALC und ebenfalls GSELC-Gebiet) wurden Schulen schon Anfang November 2020 für die 9. und 10. Klassen mit je 16 Schülern und Schülerinnen eröffnet. Die Sorge liegt besonders auf den Abschlussklassen.

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