Bericht aus Durban vom 30. Mai 2008
ELM-Mitarbeiter Dr. Joachim Lüdemann berichtet:
"Auch in Durban beschäftigen uns die fremdenfeindlichen Übergriffe in unserer Gemeindearbeit sehr. Wir sind auf drei Ebenen betroffen:
1. In einem der Brennpunkte - dem Squattercamp Cato Crest - haben wir eine Predigtstelle, die gerade beantragt hat, eigenständige Gemeinde zu werden.
2. Über Diakonia sind wir einbezogen in die konkrete Versorgung von Flüchtlingen.
3. Wir stehen in engem Kontakt zu der Kisuahelisprachigen Gemeinde mit Mitgliedern aus der demokratischen Republik Kongo und Tansania. Diese treffen sich Sonntagnachmittags und während der Woche in unserem Kirchgebäude St.Michaels.
Für unsere Gemeinde sind diese traurigen Ereignisse eine Herausforderung. Es wird deutlich, dass die von der Regierung immer wieder beschworene Theorie, es handele sich um eine eng begrenzte Anzahl von Kriminellen, die diese Unruhen ausgeführt, bzw. geschürt haben, nicht stichhaltig ist. Die Gründe sind vielfältig (Vorurteile, Armut, Perspektivlosigkeit, derzeitige Führungsschwäche in der Regierung, usw.).
Unsere Leagues – besonders die Jugend, die sich Wochenende zum 1. Juni in dem Township Lamontville trifft – werden ab nächster Woche regelmäßig für 30 Flüchtlinge, die bei einer benachbarten Methodistengemeinde untergebracht sind Essen kaufen, dort kochen und Gemeinschaft mit diesen verfolgten Schwestern und Brüdern erleben. Für viele ist das die erste Aktion konkreter Hilfe für ausländische Mitbürger und auch für ökumenische Zusammenarbeit. Zu lange haben die Lutheraner ihr eigenes Süppchen gekocht."
Eine Gruppe Malawier, die in der Polizeistation in Cato Manor - neben dem Squatter Camp Cato Crest - seit 2 Wochen ausharren, und sich am 30. Mai mit einem Bus auf die Heimreise machen. „South Africa is a bad place. Too much violence." (Südafrika ist ein schlechter Ort mit zuviel Gewalt).
Seit 2 Wochen harren diese Menschen aus Malawi in der Polizeistation Cato Manor aus, bei der zeitweilig mehrere Tausend Menschen Zuflucht fanden. Das völlig überlastete Abwassersystem wird gerade entleert. Im Hintergrund der Abtransport und die entsprechende Registrierung derer, die nach Malawi zurück wollen.
... gepackte Taschen, und neue Fahrräder, die zuhause in Malawi verkauft werden sollen, um die ersten Wochen zu überbrücken. Im Hintergrund der Teil von Cato Crest, der schon mit Häusern des staatlichen Wiederaufbauprogramms versehen wurde.
UBUNTU Friedensmarsch am 30. Mai vom Albert Park zur Stadthalle in Durban. Es ging um eine Solidaritätsbekundung mit den Ausländern von verschiedensten Nichtregierungsorganisationen und Kirchen.




